06:50 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Wirtschaft

    Zusammenfalten und in die Tasche stecken: Wann kommt das biegsame Smartphone?

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    7313
    Abonnieren

    Die deutsche Firma Schott hat die Produktion von ultradünnem biegsamem Glas, das dünner als menschliches Haar ist, begonnen. Der innovative Stoff soll unter anderem bei der Produktion von elastischen Smartphones genutzt werden. Was ist flexibles Glas, das beinahe zur Hälfte gebogen werden kann? Darüber berichtet „MIT Technology Review“.

    Die Forscher nutzten dieselbe Technologie, mit der die Firma Corning ihr bekanntes Glas Gorilla Glass herstellt, heißt es in dem Artikel. Dieses Glas wird auf vielen Smartphone-Bildschirmen genutzt. Das Glas ist dank dem Ionen-Austausch besonders fest. Schott nutzt bei der Produktion von ultradünnem Glas ebenfalls diese Methode. Die Glasblätter gehen durch einen Behälter mit geschmolzenem Kalium. Den Platz der kleineren Natrium-Ionen nehmen größere Kalium-Ionen ein, was eine Verdichtung im Glas schafft. Je stärker die Verdichtung ist, desto fester ist das Glas.

    Die Firma Schott kann jetzt bis zu 25 Mikrometer (menschliches Haar ist viermal dicker) dünnes Glas herstellen. Um ein solch ultradünnes Glas zu produzieren, nutzt die Firma die Down-draw-Technologie.

    Laut Rüdiger Sprengard, dem Direktor für die Geschäftsentwicklung bei Schott, konnte man vor zwei Jahren nicht einmal ein Glas einrollen, das 70 Mikrometer dick war. Jetzt produziert die Firma nicht einfach ultradünnes Glas, sondern kilometerlange Glasbänder, die danach in Rollen aufbewahrt werden. Es ist ein großer Erfolg, flexibles und dünnes Glas in solch langen Stücken herzustellen. Je länger die Platten sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo ein Riss bzw. Deformationen entstehen, die danach zur Zerstörung des Bildschirms eines Gerätes führen können.

    Entzugssyndrom: Leben ohne Smartphone
    © Foto : Eric Pickersgill

    Schott arbeite bereits an der Entwicklung eines zehn Mikrometer dünnen Glases, heißt es auf der Webseite der Firma. Die Produkte sollen bei der Herstellung von flexiblen OLED-Bildschirmen, Fototechnik, Kameras für Smartphones, Mikro-Akkus und Prozessoren sowie Biosensoren eingesetzt werden. Das innovative Glas, wird man – im Touchscreen implementiert – in erster Linie bei Smartphones des chinesischen Unternehmens LeTV sehen können.

    Später sollen biegsame Geräte weiter verbreitet werden. Laut einer jüngsten Untersuchung des Smartphone-Marktes durch die Firma IHS wächst die Produktion von elastischen AMOLED-Bildschirmen, wobei harte Bildschirme vom Markt verdrängt werden. Laut dem Direktor von Gorilla Glass, Scott Forester, steht bereits jetzt alles zur Herstellung flexibler Geräte bereit, man müsse nur noch auf innovative Lösungen von Designern warten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Polens Präsident Duda will in Russland plötzlich keinen Nato-Feind mehr sehen – Moskau kommentiert
    So kommentiert Merkel Ausweisung russischer Botschaftsmitarbeiter
    „Sie bauen einfach weiter“: Rohrverlegung bei Nord Stream 2 wieder aufgenommen – OMV
    Tags:
    Glas, Schott