22:57 04 August 2020
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    Nachdem der Iran erstmals seit Aufhebung der Sanktionen Mitte Januar Erdöl nach Europa gebracht hat, will Teheran nun seine Ölexporte auf zwei Millionen Barrel pro Tag aufstocken. Diese Pläne gab der iranische Wirtschaftsminister Ali Tayebnia laut Reuters bekannt.

    „Nach der Rückkehr des Irans auf den Ölmarkt wird erwartet, dass die iranischen Ölverkäufe in der nächsten Zukunft wieder auf den Stand von zwei Millionen Barrel pro Tag zurückkehren werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Shana den iranischen Minister.

    Der Iran hat am heutigen Montag erstmals seit Aufhebung der Sanktionen Erdöl nach Europa gebracht. Der 275 Meter lange Tanker Monte Toledo lief mit einer Million Barrel Rohöl an Bord in der südspanischen Hafenstadt Algeciras ein. Die Lieferung nahm 17 Tage in Anspruch, meldet Bloomberg.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass Teheran im März seine Ölexporte von 1,5 Millionen Barrel auf 1,65 Millionen steigern wolle. Die iranische staatliche Ölgesellschaft NIOC plant nach Angaben zweier Branchenquellen im März täglich zwischen 250 000 und 300 000 Barrel Öl nach Europa zu verkaufen. Die Geschäfte sollen im Rahmen der Verträge mit dem französischen Konzern Total und dem spanischen Cepsa verlaufen, die am 1. März in Kraft getreten waren. 

    Iran war nach seinem regionalen Rivalen Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent des Opec-Kartells, bevor die EU im Atomstreit im Jahr 2012 die Sanktionen verschärfte und der Iran in Europa seinen bis dahin wichtigsten Markt verlor. Nun will Teheran so schnell wie möglich die Förderung und den Export von Erdöl auf den früheren Stand bringen. Demnach wird das Land seine Ölförderung weiter aufstocken, bis sie rund vier Millionen Barrel pro Tag erreicht, wie das in den Jahren 2010 und 2011 der Fall war. 

     

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    Tags:
    Öllieferung, Ali Tayebnia, Europa, Spanien, Iran