18:17 25 Januar 2020
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    Russland hat im vergangenen Januar 1,337 Millionen Tonnen Weizen und Mengkorn ausgeführt. Nach Angaben der föderalen Zollbehörde ist das um 50 Prozent weniger als im Januar 2015.

    96,5 Prozent des Exportgetreides bzw. 1,271 Millionen Tonnen gingen über die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion hinaus. Das sei um 25,5 Prozent weniger als im Januar 2015. Die Ausfuhren an Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) schrumpften im Berichtszeitraum um 86,2 Prozent auf 46.100 Tonnen.

    Wertmäßig gingen die russischen Weizenexporte im Januar um 52,4 Prozent auf 217,6 Millionen US-Dollar zurück, darunter an Länder außerhalb der Ex-Sowjetunion um 47,4 Prozent auf 209,8 Millionen Dollar und an GUS-Mitgliedsländer um 89,6 Prozent auf 7,8 Millionen Dollar.

    Zugleich steigerte Russland die Weizeneinfuhren im Januar um 490 Prozent auf 63.200 Tonnen im Wert von neun Millionen Dollar. Die Importe von Gerste betrugen 4.000 Tonnen (400.000 Dollar). Die Einfuhren von Mais verringerten sich um 9,8 Prozent auf 3.700 Tonnen (11,5 Millionen Dollar).

    Seit dem 1. Oktober 2015 gilt in Russland ein Ausfuhrzoll auf Weizen in Höhe von 50 Prozent vom Zollwert minus 6.500 Rubel je Tonne, aber nicht weniger als 10 Rubel je Tonne. Bei Beratungen über die Abschaffung der Ausfuhrzölle wurde zum Jahresbeginn beschlossen, sie unverändert zu belassen. Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschjow wies darauf hin, dass der Ausfuhrzoll auf Weizen mindestens ein halbes Jahr gültig sein wird.

    Dem Minister zufolge dürfte Russland die Ausfuhren von Weizen im laufenden Wirtschaftsjahr (Juli 2015 — Juni 2016) um drei Prozent auf bis zu 23 Millionen Tonnen steigern, verglichen mit dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Nach dem Stand vom 3. Februar seien bereits 17 Millionen Tonnen exportiert worden, eine Million Tonnen weniger als vor Jahresfrist.

    Tkatschjow begründete seine Prognose mit der anhaltenden Rubelschwäche, wodurch russischer Weizen billiger und daher auf Märkten attraktiver geworden ist. Auch die Qualität von russischem Weizen sei hoch genug.

    "Russland zählt in den letzten Jahren zu den weltgrößten Weizenexporteuren. Weizen war bereits im Russischen Reich unsere Visitenkarte. Es ist nur natürlich, dass Russland die historischen Führungspositionen jetzt zurückgewinnt", sagte Tkatschjow. Seinen Angaben zufolge nahm der Ertrag an Weizen 2015 um 3,5 Prozent bzw. um zwei Millionen auf 62 Millionen Tonnen zu.

    Das US-Agrarministerium schließt nicht aus, dass Russland im Wirtschaftsjahr 2015/2016 zum weltgrößten Weizenexporteur aufsteigt. "Zum 1. Juli dürften die russischen Weizenausfuhren um etwa fünf Prozent auf 23,5 Millionen Tonnen steigen", hatte The Wall Street Journal berichtet. Die USA würden die Weizenlieferungen auf 21,8 Millionen Tonnen — ein Minimum der letzten 44 Jahre — reduzieren. Kanada würde mit etwa 20,5 Millionen Tonnen am dritten Platz liegen, hieß es.

     

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    Tags:
    Getreideausfuhren, Alexander Tkatschjow, Russland