00:52 30 September 2020
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    Enthüllungen der „Panama Papers“ (30)
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    Der amerikanische Bundesstaat Nevada ist ein vorrangiger Ort, um zweifelhafte Aktiva anzulegen, berichtet die Deutsche Welle am Donnerstag.

    „Denkt man an Orte, an denen auf legalem wie illegalem Wege erhaltene Aktiva vor neugierigen Augen der staatlichen Behörden versteckt werden können, fallen einem solche Bestimmungsorte wie die Schweiz, Luxemburg oder die Cayman Islands ein. Dennoch geriet laut der Panama Papers kein einziger dieser Orte in die Top 10 der populären Steueroasen der Welt – im Unterschied zum amerikanischen Staat Nevada“, so DW.

    Die von der deutschen Agentur befragten Experten erläuterten, wie und wann die USA ein lukrativer Ort für das Verstecken zweifelhafter Aktiva geworden waren.

    Im Jahr 2010 war in Washington ein Gesetz über die Versteuerung ausländischer Konten in Kraft getreten (FATCA), laut dem ausländische Finanzinstitute vor der US-Steuerbehörde Rechenschaft über Kontoinhaber ablegen müssen, die US-Bürger sind.

    Indessen beeilt sich Washington nicht, derartige Informationen über Privatkonten von Ausländern in den USA zur Verfügung zu stellen. Diese Tatsache bezeichnet die Deutsche Welle als verblüffend.

    Vor zwei Jahren war die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einer Initiative aufgetreten, die einen Informationsaustausch über Auslandskonten von Privatpersonen vorsieht. Fast alle traditionellen „Steuerparadiese“ befürworteten diese Initiative, aber die USA schlossen sich ihr nicht an.

    Wie die Experten meinen, bringt gerade diese Tatsache die USA in die Lage eines Landes, auf dessen Territorium sich vorteilhaft Aktiva verstecken lassen.

    Laut Peter Cotorceanu, einem Steueranwalt der schweizerischen Anwaltskanzlei Anaford, „sind die USA eine der letzten Bastionen in der Welt, die immer transparenter werden“, nachdem die Schweiz, Singapur und mehrere Inselterritorien die OECD Initiative unterzeichnet haben.

    „Die Leute wollen jetzt ihre Aktiva in den USA verstecken, aus legalen wie illegalen Gründen“, ergänzte er.

    Wie Omri Marian, ein internationaler Steuerexperte von der Irvine School of Law, University California, sagte, habe sich Washington nicht der OECD-Initiative angeschlossen, da der Kongress, insbesondere die Republikaner, die Administration des Präsidenten unter Druck gesetzt hätten.

    Insbesondere erinnert der Autor an die Absicht der republikanischen Kongressmitglieder, FATCA aufzuheben und Barack Obama wegen der Billigung dieses Gesetzes, das sie als verfassungswidrig betrachten, zu verklagen.

    Mehrere Printmedien der Welt hatten zuvor Dokumente veröffentlicht, die vermutlich der in Panama beheimateten Anwaltskanzlei „Mossack Fonseca“ gehören und angeblich von der Verwicklung so mancher Spitzenpolitiker und ihrer Umgebung in Offshore-Schemas zeugen sollen. Die Echtheit  dieser so genannten Panama Papers wurde nicht bewiesen.

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