15:07 24 September 2020
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    Die Wiederherstellung des Uran-Weltmarkts, der nach der Havarie im japanischen AKW Fukushima 1 eingebrochen war, ist unvermeidlich, da sich die Produktion dieses Metalls ohne die Erschließung neuer Vorkommen verringern wird. Dies teilte der Präsident der Uranium One Group der Atomholding von Rosatom, Wassili Konstantinow, mit.

    Im Januar 2011, zwei Monate vor der Havarie im AKW Fukushima 1, erreichten die Spotpreise für Uranoxid 73 Dollar pro Pfund. Im Januar 2016 betrug dieser Preis nur etwa 35 Dollar.

    In einem Interview für die Fachzeitschrift „Westnik Atomproma“ ging Konstantinow auf die Ursachen der sinkenden Uran-Nachfrage ein.

    „Das Tempo der Inbetriebnahme von Reaktorblöcken in Japan ist geringer, als es die Experten der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEA) und der Markt erwartet haben. Zudem steht der Uran-Markt auch von Seiten ‚sekundärer‘ Uran-Quellen großem Druck. In Verbindung mit den gesunkenen Anreicherungskosten ist es recht billig und effektiv geworden, Uran herzustellen“, erläuterte Konstantinow.

    Ihm zufolge hat sich eine recht große Menge an Nebenprodukten der Urananreicherung angesammelt. Laut Konstantinow ist dieses Uran jetzt gefragt, es wird verwertet und zur Produktion von Reaktorbrennstäben genutzt, wodurch sich das Angebot erhöht und der Marktpreis für Uran sinkt.

    Wie der Chef der Uranium One Group ferner sagte, müssten auch die gelagerten Uranvorräte berücksichtigt werden, die die Verbraucher in Erwartung einer dynamischen Marktentwicklung und einer umfangreichen Inbetriebnahme von Atomkraftwerken als Vorräte angelegt haben. Dieses Uran gelange ebenfalls auf den Markt und vergrößere das Angebot.

    „Natürlich drücken all diese Faktoren auf die Nachfrage und lassen den Preis nicht steigen, folglich machen sie Investitionen in neue Vorkommen unrentabel“, so Konstantinow.

    Sobald ein Gleichgewicht zwischen dem Bedarf der Atomenergieproduktion an Kernbrennstoff und dem Uranangebot, das aus verschiedenen Quellen auf den Markt komme, hergestellt sei, werde sich auch der Markt erholen, meint der Experte.

    „Das wird zwangsläufig geschehen, da die Uran-Produktion unter den Bedingungen einer fehlenden Erschließung neuer Vorkommen abnehmen wird“, schloss Konstantinow.

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    Tags:
    Uran, AKW Fukushima, Rosatom, IAEA (IAEO), Wassili Konstantinow, Japan