21:44 09 Dezember 2019
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    Migranten stürmen griechisch-mazedonische Grenze

    Studie: Europa verliert Milliarden jedes Jahr wegen Grenzkontrollen

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    Europas Wirtschaft hat nach der Wiedereinführung der Grenzkontrollen zur Eindämmung des zunehmenden Flüchtlingszustroms schon jetzt milliardenschwere Verluste erlitten: neun bis 15 Milliarden Euro pro Jahr, wie eine Studie des Münchner Ifo-Instituts ergeben hat.

    Ifo-Experten begründeten diesen wirtschaftlichen Schaden damit, dass die höheren Beförderungskosten und längeren Wartezeiten an den Grenzübergängen zur Verteuerung der Waren und zum Rückgang des Handels führen. Die Grenzkontrollen behinderten den Tourismus und erschwerten die Geschäftstätigkeit zahlreicher Unternehmen.    

    Mitte 2015 hätten Schweden, Frankreich, Deutschland und Österreich mit vorübergehenden Grenzkontrollen begonnen, um den Flüchtlingszustrom einzudämmen. Sollten die Grenzkontrollen in allen 22 Schengen-Staaten wiedereingeführt werden, könnte Europas Wirtschaft 27 bis 65 Milliarden Euro pro Jahr verlieren, so das Ifo-Institut. 

    Wie zuvor mitgeteilt worden war, will Österreich in Kürze zusätzlich Soldaten zum Schutz seiner Grenzen einsetzen. 

    „Da die EU-Außengrenzen derzeit noch nicht effektiv geschützt werden, wird Österreich in Kürze strikte Grenzkontrollen hochziehen. Das bedeutet massive Grenzkontrollen am Brenner, auch mit Soldaten", wie Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil in einem Interview gegenüber Die Welt sagte.

    Die Zuwanderungskrise in Europa hat sich im Zusammenhang mit dem wachsenden Flüchtlingszustrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt. Die Zahl der Migranten aus den Unruhegebieten des Nahen Ostens und Nordafrikas steigt noch immer rasant an. Im Jahr 2015 sind rund 1,8 Millionen Migranten nach Europa gekommen. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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    Tags:
    Grenzkontrollen, Verluste, Münchner Ifo-Institut, Südasien, Zentralasien, Naher Osten, Nordafrika, Österreich, Frankreich, Schweden, Deutschland