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    Tankschiff mit Flüssigerdgas (LNG) (Archivbild)

    Erstes US-Flüssiggas unterwegs nach Europa – gefolgt von Preiskrieg?

    © AFP 2019 / Lex van Lieshout/ ANP
    Wirtschaft
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    Das erste US-Tankschiff mit Flüssigerdgas (LNG) aus Louisiana soll Ende April in Portugal einlaufen, wie The Wall Street Journal berichtet. Das ist die erste Lieferung dieses amerikanischen Treibstoffs an Europa.

    Experte zufolge kann das amerikanische Flüssiggas Turbulenzen auf dem europäischen Energiemarkt mit sich bringen, wo lange Zeit Russland als Hauptlieferant vertreten war, so der WSJ-Bericht.

    „Das ist der Anfang eines Preiskriegs zwischen LNG aus den USA und dem Pipelinegas“, zitiert das Journal den Analysten Thierry Bros von Société Générale.

    Die USA haben im Februar mit dem Erdgasexport begonnen. Die erste Lieferung erfolgte an Brasilien durch das Unternehmen Cheniere Energy. Seitdem hat die Firma langfristige Verträge auch mit einer Reihe europäischer Abnehmer abgeschlossen.

    WSJ zufolge ist zu erwarten, dass Europa zu einem bedeutenden Markt für das amerikanische LNG werden kann. Der Schiefergasboom habe den Energiemarkt der USA vollkommen verändert, 2017 könne das Land zu einem Erdgasexporteur mit positiver Handelsbilanz werden.

    In Europa werde das amerikanische Flüssiggas allerding auf die Konkurrenz des russischen Treibstoffes treffen, der ein Drittel aller Erdgasressourcen auf dem Kontinent ausmacht. Neben Russland zählen Norwegen, Algerien und einige Staaten des Nahen Osten zu den größten Gaslieferanten an Europa.

    Früher hatte der Energiekonzern Gazprom erklärt, von seiner Seite aus solle es keinen Preiskrieg mit den US-Flüssiggas-Lieferanten auf dem europäischen Markt geben.

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    Tags:
    Flüssigerdgas, Erdgas, Wall Street Journal, Europa, USA, Russland