12:05 18 Dezember 2017
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    Russland und Saudi-Arabien ringen um Dominanz auf Chinas Ölmarkt

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    Wirtschaft
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    Der Wettstreit zwischen Russland und Saudi-Arabien um den chinesischen Erdölmarkt hat sich verstärkt, wie die Analytikerin der Ressource Oilprice.com, Irina Slav, schreibt. Lange Zeit war Saudi-Arabien Chinas Hauptlieferant, doch Russland konnte dank der Lieferungen an kleine chinesische Erdölraffinerien die Initiative an sich reißen.

    Um ihre Marktposition zu behaupten, haben die Saudis laut dem Bericht Ende April mit chinesischen Erdölraffinerien vorteilhafte Spotgeschäfte mit sofortiger Abrechnung geschlossen. Die privaten Erdölraffinerien Chinas haben demnach erst im vergangenen Jahr die Erdöl-Importquoten gewonnen. Sie verarbeiten das Erdöl, um dann die Erdölprodukte zu exportieren. Russland habe schnell reagiert und sei der führende Lieferant an diese Betriebe geworden.

    Nun habe sich Riad in das Spiel eingeschaltet, so Slav, was recht ungewöhnlich für die Saudis sei, denn gewöhnlich bevorzuge Saudi-Arabien Erdölgeschäfte auf dem Future-Markt zu Fixpreisen.

    Aber allem Anschein nach sei der Einsatz hoch, und Riad betrachte einen solchen Schritt als gerechtfertigt: Nach manchen Angaben könnten in diesem Jahr etwa 20 Prozent des gesamten Ölimports in China an die Erdölraffinerien gehen.

    Andererseits könnten die Privatbetriebe in China im Vergleich zu den staatlichen Betrieben auch die Verlierer sein, denn wie Slav anmerkt, haben die chinesischen Banken die Kreditanforderungen für kleine Erdölraffinerien hochgeschraubt.
    Auch das teurer werdende Öl beschere ihnen Probleme. Jetzt sei die Frage, welche Ermäßigungen Saudi-Arabien und Russland anbieten können.

    So könne die Konkurrenz zwischen Moskau und Riad ein „Krieg der Geduld und der finanziellen Stabilität“ werden, heißt es im Artikel. Saudi-Arabien besitze zwar eine stärkere finanzielle Stabilität, dafür aber verstehe es Russland, abzuwarten und notfalls den Gürtel enger zu schnallen, schreibt die Expertin.

    Eine bessere Variante wäre möglicherweise, neue Absatzmärkte zu finden, zum Beispiel in Indien. Dabei sei jedoch Eile geboten, ehe der Iran diese Nische besetzt habe, schließt die Analytikerin.

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    Tags:
    China, Saudi-Arabien, Russland
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