05:15 16 Juli 2018
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    Iranischer Ölarbeiter

    Irans Ölexporte bald auf Vorsanktionsniveau

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    Wirtschaft
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    Der Iran will im Mai seine Ölexporte auf 2,1 Millionen Barrel täglich steigern – 60 Prozent über Vorjahresniveau, wie die Agentur Reuters unter Berufung auf eine gut unterrichtete Quelle meldet. Damit könnten die Ölexporte bald Vorsanktionsniveau erreichen.

    Seit der Aufhebung der vom Westen verhängten Sanktionen stiegen die Ölexporte stetig an, im April seien die höchsten Kennziffern seit Januar 2012 gemeldet worden. Der Exportanstieg ist laut der Quelle nun unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Iran den Mangel an Öltankern beheben konnte, mit dem er sich gleich nach Sanktionsende im Januar 2016 konfrontiert sah.   

    Allein im April dieses Jahres habe der Iran 1,7 Millionen Barrel täglich an andere asiatische Länder geliefert. Das seien 33 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, so der Informant laut Reuters. Im Mai wolle Teheran schon etwa 1,6 Millionen Barrel pro Tag nach Asien pumpen.

    Der größte Ölabnehmer des Irans bleibe weiter China. Zu beobachten sei jedoch auch ein deutliches Wachstum bei Ölexporten auf den europäischen Markt. Laut dem Informanten hat Teheran im April bereits schon 487.000 Barrel täglich nach Europa exportiert, unter anderem etwa 32.000 Barrel nach Spanien und 65.000 Barrel nach Griechenland. 

    Zuvor hatte der Geschäftsführer der Nationalen iranischen Ölgesellschaft (NIOC), Rokneddin Javadi, den Anstieg der Ölexporte für Mai auf zwei Millionen Barrel pro Tag angekündigt, wobei der Iran ihm zufolge bereits im Juni Vorsanktionsniveau erreichen kann. Laut der NIOC hatte der Iran vor der Verhängung der Sanktionen 2011 rund 2,2 Millionen Barrel Öl täglich exportiert. Gefördert worden seien damals etwa vier Millionen Barrel Öl täglich. 

    Am 14. Juli 2015 war in Wien nach mehrmonatigen Verhandlungen ein historisches Abkommen zum iranischen Atomprogramm unterzeichnet worden. Das Papier konzipiert einen gemeinsamen, umfassenden Handlungsplan, dessen Erfüllung zur Aufhebung der Wirtschaftssanktionen führen sollte, die der UN-Sicherheitsrat, die USA und die EU früher gegen den Iran verhängt hatten. Gemäß dem Handlungsplan hat sich der Iran verpflichtet, kein waffenfähiges Plutonium mehr im Reaktor in Arak zu produzieren.

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    Tags:
    Aufhebung, Sanktionen, Ölexport, EU, UN-Sicherheitsrat, Nationale iranische Ölgesellschaft (NIOC), Reuters, Rokneddin Javadi, USA, Europa, China, Iran
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