13:06 22 Juli 2018
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    Bloomberg: Russische Wirtschaft wird „ohne Fanfaren und viel Lärm“ umgestaltet

    © Sputnik / Yuri Streletc
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    Die Wirtschaft Russlands erlebt die größten Wandlungen der letzten 15 Jahre. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldete, wird die russische Wirtschaft dabei „ohne Fanfaren und viel Lärm“ umgestaltet, mit denen ähnliche Wandlungen in Saudi-Arabien einhergehen.

    Der Zusammenbruch des Ölmarktes hat die Wiederbelebung mehrerer Branchen der russischen Wirtschaft zur Folge. Nach Worten von Russlands Vizefinanzminister Maxim Oreschkin gibt es bereits neue treibende Kräfte. „Das sind Landwirtschaft, Chemie- und Lebensmittelindustrie oder Inlandstourismus“, sagte der Minister in einem Bloomberg-Interview. Zugleich gab er zu, dass in einigen anderen Industriezweigen weiterhin ein Rückgang registriert wird.

    Der Agentur zufolge dürfte die längste Rezession der letzten 20 Jahre in Russland im dritten Quartal 2016 zu Ende gehen. Die Inflation habe sich auf 7,3 Prozent verlangsamt, vom maximalen Wert der letzten 13 Jahre von 16,9 Prozent im März 2015. Der Beitrag der Agrarwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei auf 4,4 Prozent gewachsen. Das sei die höchste Zahl seit 2003, so Bloomberg.

    „Die Umstellung der Wirtschaft auf einen floatenden Wechselkurs des Rubels hat mehreren Industriezweig Rückenwind gegeben. Dabei resultieren die meisten Schwierigkeiten in Russland aus dem Zusammenbruch des Ölmarktes und den (gegen Moskau) verhängten internationalen Sanktionen“, hieß es in dem Beitrag.

    Der Leiter der Ökonomischen Expertengruppe in Moskau, Jewssej Gurwitsch, teilte mit, dass einige Sektoren der Wirtschaft von der Rubel-Abwertung profitiert hatten. „Es gibt bereits gewisse Fortschritte. Aber der Prozess der Umgestaltung als solcher hat noch nicht begonnen. Was wir tatsächlich brauchen, sind Investitionen, das Vertrauen der Anleger und Reformen“, sagte Gurwitsch.

    Bloomberg wies darauf hin, dass das Investitionsklima wohl das größte Problem für die russische Wirtschaft ist. Allerdings seien auch in diesem Bereich gewisse Fortschritte zu verzeichnen: Das Land sei auf dem Ratingskala Doing Business der Weltbank auf Platz 51 geklettert.

    Am 17. Mai hatte Russlands Finanzminister Anton Siluanow erklärt, dass sich die russische Wirtschaft der laufenden Situation in der globalen Wirtschaft anpassen konnte. Er wies auf ein Wachstum in der Landwirtschaft und in der Industrie hin. Die Erfolge führte Siluanow auf den floatenden Kurs des Rubels und auf Maßnahmen der Regierung zur Förderung der wichtigsten Branchen zurück.

    Das BIP Russland ging im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber den ersten drei Monaten 2015 um 1,2 Prozent zurück. 2015 wurde ein BIP-Rückgang von 2,7 Prozent registriert.

     

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    Tags:
    Reformen, Wirtschaft, Bloomberg, Russland
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