17:33 14 Dezember 2018
SNA Radio
    Deutscher Bauer

    Sanktionsschäden: EU-Bauern erleiden Milliardenverluste, massiver Stellenabbau droht

    © AP Photo / Nicolas Armer
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    4228134

    Im vergangenen Jahr haben sich die EU-Lebensmittelexporte nach Russland um 29 Prozent reduziert. Moskaus Importverbot auf EU-Güter, welches als Reaktion auf die anti-russischen Sanktionen Brüssels eingeführt wurde, könnte Europa 130.000 Jobs kosten, wie die portugiesische Zeitung Publico unter Berufung auf Daten der Weltbank berichtet.

    Die europäischen Exporte von Lebensmitteln und Landwirtschaftsprodukten nach Russland betrugen seit April 2015 bis März 2016 5,5 Milliarden Euro. 2,2 Milliarden Euro Verluste haben die europäischen Farmer in nur einem Jahr hinnehmen müssen. Laut einem Europaparlamentsbericht aus dem Jahr 2015 könnten als Folge des russischen Importverbots bis zu 130.000 Menschen in der EU ihre Arbeit verlieren.

    Und obwohl die Bereiche, die am schlimmsten von der russischen Maßnahme getroffen wurden, alternative Märkte in Europa und außerhalb finden konnten, fordern die europäischen Bauern trotzdem die dringende Aufhebung der anti-russischen Sanktionen. Moskau hat sein Lebensmittelembargo bislang bis August 2016 begrenzt,  könnte dieses aber noch weiter verlängern.

    Die Situation in der Ukraine hat die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen belastet. Die EU und die USA gingen im Juni 2014 von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu einschränkenden Maßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft über. Im Gegenzug erließ Moskau ein Einfuhrverbot für Lebensmittel aus den Ländern, die Sanktionen gegen Russland verhängt hatten.

    Derweil ist innerhalb der EU die Diskussion um die Verlängerung der Russland-Sanktionen wieder aufgekommen: Der britische Premier David Cameron hat angekündigt, dass sich die G7-Länder auf die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland im Juni geeinigt haben. In der gemeinsamen Erklärung, die nach dem G7-Gipfel vergangene Woche in Japan verabschiedet wurde, heißt es, dass die Einschränkungen bis zur vollen Umsetzung der Minsker Abkommen weiter in Kraft bleiben werden und im Bedarfsfall gar verstärkt werden können.

    Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow bezeichnete diese Ankündigungen als absurd. Der Diplomat verwies darauf, dass Moskau keine Seite des ukrainischen Konfliktes sei.

    Die gegenüber Russland verhängten Sanktionen laufen am 31. Juli ab. Über eine Verlängerung dieser Maßnahmen werden die EU-Länder auf dem Gipfel am 28./29. Juni beraten. Dabei zeigten sich mehrere europäische Staaten bereit, für eine Lockerung der Sanktionen einzutreten. Beispielsweise war in Frankreich eine Resolution zur Aufhebung bzw. wenigstens Abschwächung der Sanktionen beschlossen worden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Abbau der Russland-Sanktionen: Gabriels Partei distanziert sich von ihrem Chef
    Frankreich: Europa-Kommission im Senat bestätigt Resolution gegen Russland-Sanktionen
    Nur nichts überstützen: Deutschland für schrittweises Sanktionsende
    Merkel erwartet Durchbruch bei Minsk-2 – auch bei Russland-Sanktionen?
    Tags:
    Landwirtschaft, Sanktionen, Lebensmittelembargo, Russland, Europäische Union