07:39 22 August 2017
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    Russlands Zentralbank

    Zentralbank nennt Schlüsselfaktor des Einflusses auf Russlands Wirtschaft

    © Sputnik/ Vitaly Belousov
    Wirtschaft
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    Russlands Zentralbank hat auf die zunehmende Abhängigkeit der russischen Wirtschaft von der chinesischen hingewiesen. Die Wachstumsperspektiven des östlichen Nachbarn sind für das russische Finanzsystem wichtiger als die Politik der Federal Reserve der USA.

    Die Volatilität an den weltweiten Märkten, der sich die russische Wirtschaft im ersten Quartal gegenüber sah, könne sich wegen des globalen Wirtschaftswachstums und des bestehenden Ungleichgewichts am Erdölmarkt wiederholen, äußerte die Vize-Zentralbankchefin Xenia Judajewa am Dienstag auf einer Pressekonferenz.
    Der wichtigste globale Faktor für Russland sei jetzt China. Erstens würden sich das Tempo und der Charakter des chinesischen Wirtschaftswachstums über die Nachfrage auf die Weltpreisdynamik bei Öl und Metallen auswirken; zweitens würden sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Ländern festigen.
     „Die Beziehungen zwischen der russischen und chinesischen Wirtschaft nehmen zu: etwa acht Prozent unseres Exports geht nach China und 17 bis 19 Prozent unseres  Imports kommt aus China“, sagte sie. 
    Die gegenseitigen Beziehungen würden mit dem Wachstum der chinesischen Wirtschaft und dem zunehmenden Handel zunehmen, aber damit auch der gegenseitige Einfluss auf die Wirtschaft, in erster Linie die chinesischen auf die russische, merkte sie an.
    Wachse das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas um ein Prozent, so verschlechtere sich die Entwicklungsdynamik der russischen Wirtschaft um 0,5  Prozent. Beliebige Schwankungen in Chinas Wirtschaft würden sich ihres Erachtens unweigerlich auf die Entwicklung der Weltwirtschaft auswirken. 


    „Wir in der Zentralbank müssen die Situation stets im Auge behalten und Maßnahmen zum Erhalten der finanziellen Stabilität treffen“, ergänzte Judajewa. 
    Im ersten Quartal 2016 sei Chinas BIP um 6,7 Prozent bis auf 2,44 Billionen US-Dollar gestiegen, was das schlechteste Ergebnis seit sieben Jahren sei, als im ersten Quartal 2009 das BIP nur um 6,2 Prozent gewachsen sei. Russlands BIP habe dagegen im selben Zeitraum um 1,4 Prozent abgenommen.
    In Bezug auf die Besonderheiten in der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft sagte Judajewa, dass sich das Land im Prozess einer Veränderung des Wachstumsmodells seiner Wirtschaft befinde, was „kurzfristige Risiken mit sich bringt, aber mittelfristige Möglichkeiten bietet“. Das langsamer werdende Wachstum in den traditionellen Sektoren und die steigende Nachfrage nach Rohstoffwaren führe zu einer Abnahme der Preise für den russischen Hauptexport, und dieses Risiko könne man bereits als real geworden betrachten, erläuterte die Vize-Zentralbankchefin.

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    Tags:
    Wachstum, Wirtschaftsbeziehungen, Wirtschaftswachstum, Wirtschaft, Export, BIP, Import, Zentralbank, Xenia Judajewa, Russland, China
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