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    Ölgewinnung in Saudi-Arabien

    Opec-Treffen in Wien: Riad fordert höhere Ölförderrate

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    Saudi-Arabien hat im Vorfeld des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien gefordert, die maximale Öl-Fördermenge auf 32,5 Millionen Barrel täglich zu erhöhen, wie The Wall Street Journal unter Hinweis auf vertrauliche Verhandlungen der Opec-Länder mitteilt.

    Laut WSJ ist Saudi-Arabien nur unter dieser Bedingung bereit, das Förderungsniveau einzufrieren.

    In der vorigen Sitzung im Dezember 2015 hatten sich die größten Ölproduzenten auf ein Einfrieren der Fördermengen auf dem Niveau von Dezember von 31,5 Millionen Barrel pro Tag geeinigt. Dann hatte das Ölkartell die Entscheidung über neue Erdölförderquoten wegen der Rückkehr des Irans auf den Weltmarkt nach der Aufhebung der Sanktionen gegen ihn verschoben. Nun positionieren sich iranische Vertreter gegen die Einführung einer allgemeinen Quote auf. 

    „Die Einschränkungen bei der Ölförderung in den Opec-Ländern werden weder uns noch anderen Produzenten Nutzen bringen. Die Einführung der Quoten für einzelne Länder gehört zu unseren wichtigsten Zielen. Ich denke aber nicht, dass  wir uns im Rahmen des bevorstehenden Treffens in dieser Frage einigen können“, so der iranische Ölminister Bidschan Sangane.

    Russland erwartet von dem Opec-Treffen auch keine neuen Beschlüsse. „Wir erwarten nichts Konkretes. Die Diskussionen gehen einfach weiter. Irgendwelche Durchbrüche sind kaum möglich“, sagte der russische Vizepremier Arkadi Dworkowitsch.  

    Falls bei der neuen Gesprächsrunde am Donnerstag in Wien doch ein Übereinkommen getroffen werden sollte, könnten sich dem auch Länder anschließen, die nicht zur Organisation gehören.

    Mitte April hatten die ölproduzierenden Staaten auf einem Gipfel in der katarischen Hauptstadt Doha zum Einfrieren der Ölproduktion keine Einigung erzielen können. Saudi-Arabien weigerte sich, jegliche Übereinkünfte ohne Teilnahme des Irans zu unterstützen, der keinen Vertreter zu dem Treffen geschickt hatte. Teheran betonte wiederum, es sei zu Diskussionen über die Begrenzung seiner Ölproduktion erst dann bereit, wenn die Fördermenge von vier Millionen Barrel pro Tag, die vor der Sanktionsverhängung gegolten hatte, erneut vereinbart würde. 

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    Tags:
    Erdölförderquoten, OPEC, Bidschan Namdar Sangane, Arkadi Dworkowitsch, Katar, Iran, Saudi-Arabien, Österreich, Russland