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07:04 21 September 2019
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    Anhänger des Präsidenten Maduro unterstützen den Plan der Verteilung der LEbensmittel durch CLAP-Ausschüsse am 08.06.16

    Hungerproteste in Venezuela: Regierung kauft hunderttausend Tonnen Lebensmittel ein

    © FEDERICO PARRA
    Wirtschaft
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    Die Regierung Venezuelas hat den Kauf von tausenden Tonnen Lebensmittel verkündet, berichtet der britische Sender BBC an Donnerstag.

    Wie der venezolanische Ernährungsminister Rodolfo Marco Torres sagte, sollen 70 Prozent der  Nahrungsmittel durch 15.900 Lokale Ausschüsse für Produktion und Lieferungen (CLAP)  direkt an die Haushalte verteilt werden. 30 Prozent sollen an private Unternehmen gehen, von denen es rund 113.000 im Lande gibt.

    Importiert wurden 115.000 Tonnen Güter des Grundbedarfs, darunter Reis, Zucker, Mais und Bohnen.

    Zudem teilte der Ernährungsminister mit, die Regierung bemühe sich, die Produktion trotz der Wirtschaftskrise zu steigern. So soll die Agrarindustrie im Juni mit 515 Tonnen  Rohstoffe unterstützt werden.

    Die Oppositionspolitiker fürchten, dass sie und ihre Anhänger durch das neue System der Verteilung von Lebensmitteln  beeinträchtigt werden  können.

    Es gibt täglich landesweite Proteste angesichts des Lebensmittelmangels und Fälle von Plünderungen.  Am 2. Juni versuchten Menschen, die in Erwartung von Lebensmitteln zu Staatspreisen in Caracas Schlange standen, Lastwagen mit Nahrungsmitteln zu stoppen. Als sie damit scheiterten, kam es zu Ausschreitungen. Die Protestierenden blockierten Straßen unter Losungen wie „Gibt uns etwas zu essen!" und „Maduro muss weg!" Die Nationalgarde setzte Tränengas ein und unterdrückte die Revolte.

    Die Opposition hat mit einer Unterschriftensammlung für ein Referendum zur Amtsenthebung von Präsident Maduro begonnen. Die Wahlkommission hat 1,3 Millionen Unterschriften  bereits als gültig anerkannt. Um die Volksabstimmung stattfinden zu lassen, muss die Opposition vier Millionen Unterschriften sammeln.

    Die durch die gesunkenen Ölpreise und eine starke Dürre ausgelöste Wirtschaftskrise in Venezuela wird durch die nicht durchdachte Politik der Behörden verschärft. Es mangelt an Lebensmitteln, Medikamenten und Energie.

    Staatspräsident Nicolas Maduro wirft den privaten Nahrungsmittelproduzenten  und Supermärkten vor, Lebensmittel zu Spekulationszwecken zu horten. Er beschuldigt die Geschäftseliten und oppositionelle Gruppen, einen „Wirtschaftskrieg"  zu führen. Vor einem Monat hatte er den wirtschaftlichen Notstand des Landes um 60 Tage verlängert, was ihm erlaubt, Lebensmittel und Güter des Grundbedarfs zu rationieren.

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    Tags:
    Unterschriften, Referendum, Amtsenthebung, Hungerstreik, Proteste, Lebensmittel, Nicolas Maduro, Caracas, Venezuela