14:03 24 Oktober 2020
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    XX. Internationales Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (71)
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    Im Vorfeld des 20. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums, das am 16. und 17. Juni stattfindet, hat Ex-Vizepräsident der OSZE Willy Wimmer die westeuropäischen Teilnehmer zum Gebot der gutnachbarschaftlichen Beziehungen aufgerufen.

    „Ich kann nur hoffen, dass die Teilnehmer dieses Forums ein Einvernehmen darüber finden, dass die europäische Entwicklung nur einen Weg kennt, der zufriedenstellend sein kann: Die Rückkehr zur Charta von Paris aus dem November 1990“, sagt Willy Wimmer,  der ehemalige OSZE-Vizepräsident, gegenüber in einem Sputnik-Interview. „Europa muss zu dieser Charta zurückfinden, sonst sind wir auf einem verhängnisvollen Weg. Da ist der Handel das tägliche Brot unserer Staaten und nicht das Rollen von Panzern“, so Wimmer.

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    Westeuropa befinde sich ihm zufolge in einer „katastrophalen“ Entwicklung: „Wir sehen, dass in Polen eine patriotische Schutzstaffel aus dem Leben gerufen wird, das heißt eine Remilitarisierung in Europa, wie es sie im Kalten Krieg nicht gegeben hat.“

     

    Das Motto des 20. Jubiläumsforums „Auf der Schwelle zur neuen Wirtschaftsnormalität“ definiert Wimmer wie folgt: „Die neue Wirtschaftsrealität ist eigentlich die, dass wir das, was normalerweise  zwischen Staaten und Volkswirtschaften praktiziert werden soll, eben nicht mehr machen. Wir haben alles getan, um die Russische Föderation in die Welthandelsorganisation zu bekommen. Und die Welthandelsorganisation bedeutet, dass Ökonomie und nicht der militärische Streit den Vorrang haben soll. Und als diese Integration gelungen worden war, ist man mit den Sanktionen gegen Russland vorgegangen. Das heißt, jeder, der es mit der EU und der Nato zu tun hat, muss nüchtern sehen: Zusammenarbeit mit diesen beiden Einrichtungen ist lebensgefährlich.“

    „USA betreiben Strangulation Russlands aus allen Himmelsrichtungen“ 

    Wimmer ruft die Teilnehmer zur Wiederaufnahme des Handels auf: „Die Sanktionen sind in meinen Augen anlasslos.“ Das Problem liege nicht in Russland, das Problem liege in Washington, fügt er hinzu. „Die Politik der guten Nachbarschaft heißt doch, dass ich mit dem Nachbarn Handel treiben und das Beste aus den ökonomischen Potenzialen auf beiden Seiten machen muss“, erklärt Wimmer. Wenn man etwas anderes betreibe, betreibe man alle Dinge, die in Richtung Konflikt und Krieg führen. „Und wenn ich mir die amerikanische Politik auf dem europäischen Kontinent ansehe, geht es doch in diese Richtung: Strangulation der Russischen Föderation aus allen Himmelsrichtungen. Da müssen wir ansetzen“, schlussfolgert er.

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    Wirtschaftsforum in St. Petersburg 2016, EU, Willy Wimmer, St. Petersburg, Russland