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16:40 19 August 2019
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    Lukoil-Gebäude in Sofia

    Lukoil verlässt Saudi-Arabien und ordnet seine europäischen Aktiva neu

    © AFP 2019 / NIKOLAY DOYCHINOV
    Wirtschaft
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    Der Chef des russischen Ölkonzerns Lukoil, Wagit Alekperow, hat den Ausstieg des Unternehmens vom saudi-arabischen Markt erklärt. Außerdem kündigte er „grundlegende Entscheidungen“ bezüglich der europäischen Aktiva von Lukoil an.

    „Wir haben beschlossen, Saudi-Arabien zu verlassen. Saudi Aramco (die saudi-arabische Erdölgesellschaft – Anm. d. Red.) nimmt die von uns gebohrten Bohrlöcher, aber wir haben vereinbart, Partner zu bleiben, und wir werden unsere Arbeit in externen Projekten koordinieren“, sagte der Lukoil-Chef beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

    Dabei fügte er hinzu, dass das Unternehmen weiterhin an der Kooperation in Drittländern interessiert sei. Zudem erwähnte Alekperow, dass der russische Ölkonzern den Verkauf seiner Fabriken in Italien, Rumänien, Bulgarien und den Niederlanden in Erwägung ziehe. Diese Aktiva seien für das Unternehmen nicht unmittelbar strategisch, betonte er.

    „Das sind nicht solche Aktiva, die heute für uns als strategisch gelten, da wir uns in den letzten Jahren vor allem auf die Ausbeutung und Entwicklung von Öl- und Gasfeldern konzentrieren. Dies kann uns dazu bewegen, in Zukunft grundlegende Entscheidungen über das Schicksal solcher (europäischen – Anm. d. Red.) Aktiva zu treffen“, erläuterte Alekperow.

    Schon 2014 verkaufte Lukoil eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften in Osteuropa, darunter 44 Tankstellen in Tschechien, 75 in Ungarn und 19 in der Slowakei. Zurzeit besitzt das Unternehmen noch vier zentrale Raffinerien in Europa, welche sich in Italien, Rumänien, Bulgarien und den Niederlanden befinden.

    Im März 2015 hatte die rumänische Justiz Lukoil Europe Geldwäsche in Milliardenhöhe vorgeworfen. Die Vorwürfe gingen an den rumänischen Ableger der Firma sowie an deren sechs Manager. Letzteren wurde ferner vorgeworfen, das Kapital des Konzerns und dessen Kredite gesetzwidrig verwendet zu haben. Lukoil Europe wurde Beihilfe zur Last gelegt, hieß es.

    Am 8. Juli 2015 hatte die Staatanwaltschaft in der rumänischen Stadt Ploesti mitgeteilt, Aktiva von Lukoil-Töchtern im Gesamtwert von 2,2 Milliarden Dollar gesperrt zu haben. Zuvor war gegen Lukoil ein Verfahren wegen mutmaßlicher Unterschlagung und Steuerhinterziehung eröffnet worden.

    Es handelte sich um niederländische Konten des Konzerns Petrotel Lukoil, der die Raffinerie in Ploesti kontrolliert, und um das Unternehmen Lukoil Europe Holdings, den Mehrheitseigner von Petrotel Lukoil. Der Lukoil-Konzern wies damals jegliche Anschuldigungen zurück und legte Berufung gegen die Entscheidungen der rumänischen Justiz ein.

    Anfang 2016 wies ein rumänisches Gericht die Klage der Staatsanwaltschaft gegen Petrotel Lukoil und Lukoil Europe Holdings ab. Laut einer Quelle in dem russischen Ölkonzern hing die Entscheidung der Richter damit zusammen, dass „es in der Beschreibung keine kriminelle Komponente in den Handlungen der Angeklagten gab und zahlreiche Verstöße während des Ermittlungsverfahrens begangen worden waren“.

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    Tags:
    Öl, LUKoil, Lukoil Europe Holdings, Wagit Alekperow, Rumänien, Bulgarien, Niederlande, Italien, Russland, Saudi-Arabien