13:34 04 August 2020
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    Gazprom will die Deals zum Aktientausch mit Shell und OMV bis zum Jahresende abschließen, wie der stellvertretende Gazprom-Chef Alexander Medwedew sagte. Der russische Konzern könnte Interesse an der Förderung in Europa und an Flüssiggasprojekten zeigen, berichtet die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Gazprom und Shell hatten 2015 ein Abkommen zur strategischen Partnerschaft unterzeichnet, das den Austausch von Unternehmensbeteiligungen vorsieht. Gazprom hat Interesse an Beteiligungen an der BG Group, die Shell im Februar für 54 Milliarden US-Dollar erworben hat. Shell will Beteiligungen im Wert von 30 Milliarden US-Dollar verkaufen und nach der Fusion mit BG aus zehn Ländern aussteigen, berichtet Reuters.

    Gazprom und Shell sind bereits bei einigen Projekten Partner. Der russische Konzern beginnt mit dem Marktvertrieb des Flüssiggases von der „Sachalin-2“- Förderstätte (Betreiber – Sakhalin Energy, Gazprom hält 50 Prozent plus 1 Aktie, Shell 27,5 minus 1 Aktie, Mitsui  12,5 Prozent, Mitsubishi zehn Prozent). Eine Gasquelle für die dritte technologische Linie, deren Ausschreibung vor kurzem angekündigt wurde, könnte das Vorkommen Juschno-Kirinskoje sein. 

    Gazprom und Shell unterzeichneten beim Petersburger Wirtschaftsforum eine Absichtserklärung zum Projekt „Baltisches Flüssiggas“ (Bau eines Flüssiggaswerks mit einer Kapazität von zehn Millionen Tonnen pro Jahr in Ust-Luga). Medwedew zufolge handelt es sich um ein Dokument, auf das demnächst Taten folgen werden. Interesse an dem Projekt zeige auch ein dritter Partner, von dem es abhänge, welchen Anteil Shell bekomme, berichtete Reuters.

    Medwedew zufolge wird Gazprom die Möglichkeit prüfen, Shell zur Erschließung des Vorkommens Juschno-Kirinskoje zuzulassen. Der Import von Technologien für dieses Vorkommen ist wegen der US-Sanktionen beschränkt. Das Gas will Gazprom auf die traditionellen Märkte lenken, darunter Japan u.a. „Neue Märkte sind Bangladesch, Vietnam und Pakistan. Dort, wo es gewinnbringend ist, Pipeline-Gas zu liefern, werden wir Pipeline-Gas liefern, dort, wo es um Flüssiggas geht, werden wir Flüssiggas liefern“, sagte Medwedew. Das Ziel Gazproms ist die Lieferung von 25 Millionen Tonnen Flüssiggas auf den Weltmarkt zum Jahr 2025.

    Ein weiteres Projekt – „Baltisches Flüssiggas“ — wurde in der vergangenen Woche vereinbart. Die Gesamtinvestitionen in die Projekte „Baltisches Flüssiggas“, Sachalin-2 und die Erschließung des Vorkommens Juschno-Kirinskoje lägen bei 13 Milliarden US-Dollar, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak.

    Es könnten jedoch Probleme wegen der Genehmigung der britischen Behörden entstehen. Die Verhandlungen können vom politischen Hintergrund gestört werden. Die Instabilität der Marktkonjunktur erschwert die Einschätzung des Wertes  der Beteiligungen, so russische Experten.

    Gazprom kooperiert mit dem österreichischen Konzern OMV beim Nord Stream-2-Projekt zum Bau einer Pipeline von Russland nach Deutschland durch die Ostsee. Gazprom schlug OMV den Zugang zu den Atschimow-Formationen des Urengoj-Vorkommens vor (die Vorräte der Formationen liegen bei 273 Milliarden Kubikmetern). OMV bot Gazprom eine Förderbeteiligungen in der Nordsee und im Europäischen Nordmeer an. Bei den Verhandlungen zum Aktientausch gebe es Fortschritte, ein Ergebnis sei bis zum Jahresende oder sogar früher zu erwarten, so Medwedew.

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    Tags:
    OMV, Shell, Gazprom, Alexander Medwedew, Russland