08:02 24 September 2018
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    „Das Land wird ärmer werden“: Britischer Finanzminister kündigt höhere Steuern an

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    Wirtschaft
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    Um den „wirtschaftlichen Schock“ nach dem Brexit-Votum zu bewältigen, wird sich Großbritannien laut dem Finanzminister George Osborne in diesem Jahr auf Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen einstellen müssen, meldet BBC News am Dienstag.

    „Es ist ganz klar, dass das Land ärmer werden wird, als Folge dessen, was gerade mit der Wirtschaft passiert“, so Osborne in einem Radiointerview mit BBC.

    Die britische Regierung werde entschiedene Maßnahmen ergreifen müssen, um mit den Folgen des Referendums klarzukommen und die Finanzstabilität zu sichern. Die Politiker müssten dem Land und der ganzen Welt zeigen, so Osborne, dass Großbritannien nun im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten leben könne.

     „Als Land brauchen wir einen Plan, um aus dieser Lage herauszukommen, während wir das Urteil der britischen Bürger respektieren“, so der konservative Politiker, der für den Verbleib Großbritannien in der EU geworben hatte.

    Großbritannien sei zwar auf den „wirtschaftlichen Schock“ eines Austritts aus der EU gut vorbereitet gewesen,  jetzt sei es aber die Verantwortung derjenigen, die für den Austritt aus der EU geworben hatten, einen Plan auszuarbeiten.

    “Wir passen uns an das Leben außerhalb der EU an und das wird wirtschaftlich nicht so rosig sein, wie das Leben in der EU“, so der Finanzminister weiter. Bereits vor der Volksabstimmung hatte Osborne vor höheren Steuern und neuen Sparmaßnahmen gewarnt.

    Am Donnerstag hatte in Großbritannien das Referendum über den Austritt des Landes aus der EU stattgefunden. 51,9 Prozent der Bürger haben für den Brexit gestimmt. Bereits nach den ersten Ergebnissen des Volksentscheids war das britische Pfund auf ein 31-Jahres-Tief abgesackt. Am frühen Freitagmorgen fiel das Pfund nach Medienangaben erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,35 US-Dollar

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    Folgen, Steuer, Brexit, George Osborne, Europäische Union, Großbritannien