00:03 06 Dezember 2019
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    IWF beziffert Brexit-Folgen: Deutschland wird weniger wachsen

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    Wirtschaft
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    Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Wachstumsprognose für Deutschland, eine der stärksten Volkswirtschaften der EU, wegen des Brexit-Votums in Großbritannien herabsetzen, wie die WF-Deutschland-Expertin Enrica Detragiache sagte. Denn der Austritt des Landes aus der EU sei auch für Deutschland ein großes Risiko.

     „Was die neue Schätzung angeht, denken wir über eine Abwärtsrevision nach“, so Detragiache. Das Votum der Briten, die EU zu verlassen, sei ein besonderes Risiko für Deutschland, da es enge Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien unterhalte.

    Am Mittwoch hatte der IWF in seinem jährlichen Länderbericht die Wachstumsprognose der deutschen Wirtschaft für die nächsten Jahre veröffentlicht. Zunächst erhöhte der IWF seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr noch leicht von 1,6 auf 1,7 Prozent. Für das Jahr 2017 revidierte er sie hingegen von 1,6 auf 1,5 Prozent nach unten.

    Die IWF-Experten betonten jedoch, die Auswirkungen des Brexit-Referendums seien in dem Bericht nicht berücksichtigt worden.

    Zuvor war eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Wirtschaftsforschung der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht worden, der zufolge der Brexit die deutsche Wirtschaft schwächen und zum Wachstum der Arbeitslosenzahlen führen wird. Demnach könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU im Jahr 2017 um ein halbes Prozent weniger wachsen. Die Arbeitslosenquote könnte von 6,2 Prozent im Jahr 2016 auf sieben Prozent im Jahr 2017 steigen. Deutschland könne also im Jahr 2017 mit 290.000 Arbeitslosen rechnen.

    Am 23. Juni hatten beim Referendum in Großbritannien 51,9 Prozent für den Brexit gestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 72 Prozent. Die Aktivierung des Artikel 50 durch Großbritannien, durch den das Land bei der EU einen Austrittsantrag stellen muss, hat Premier David Cameron seinem Nachfolger übertragen, während er selbst zurücktreten werde. Bis zum 2. September soll die Zukunft seines Amtes geregelt werden.

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    Tags:
    Risiko, Brexit, Prognose, Wirtschaftswachstum, IWF, Großbritannien, Deutschland