00:30 28 Februar 2020
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    Russland ist für den Dortmunder Pumpenhersteller WILO in den nächsten Jahrzehnten ein hoch attraktiver Markt, so Jens Dallendörfer, Generaldirektor von WILO Rus und Vorstandsmitglied der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Das Unternehmen eröffnete soeben eine hochmoderne Fabrik im Umland von Moskau.

    Mit 35 Millionen Euro ist es die größte Einzelinvestition eines deutschen Unternehmens in 2016, teilt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) mit.

    Das Objekt wurde in nur zwei Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen. „Diese Periode fiel in die Zeit der von der Krise beeinflussten Beziehungen zum Ausland, wirkte sich aber in keiner Weise auf das Bautempo aus“, betonte Wadim Rejter, Chef der Kreis-Verwaltung Noginsk bei Moskau, wo der Betrieb enstanden ist, in einem Sputnik-Interview. „Es gab keinerlei Zweifel daran, dass dieses Projekt vorteilhaft sein wird. Das deutsche Unternehmertum glaubt daran, dass die russische Wirtschaft als eine der ersten die schwierigen Zeiten meistern wird.“

    2015 wurde in der Stadt Engels an der Wolga ein neues Bosch-Werk in Betrieb genommen. Der führende Lieferant von Technologien investierte in das Projekt etwa zehn Millionen Euro. Als Bosch vor 20 Jahren nach Russland kam, beschloss das Unternehmen, moderne Produktionen in Engels, der ehemaligen Hauptstadt der Deutschen Autonomie, zu organisieren. Heute befindet sich dort eine Industrieplattform von Bosch. Das neue Werk ist bereits das vierte im Produktionscluster des Konzerns.

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    © Foto : Wilo
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    „Die Tätigkeit der Gruppe Bosch in Russland ist erfolgreich, die Prognose für 2016 und 2017 ist optimistisch“, sagte Hansjürgen Overstolz, Präsident von Robert Bosch in Russland, im Interview für Sputnik.

    Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft setzt sich für einen Strategiewechsel in Frage der EU-Sanktionen gegen Russland ein. Seit die Exporte als Folge gegenseitigen Sanktionen unmöglich beziehungsweise unrentabel geworden sind, eröffnen die deutschen Firmen  eigene Produktionsstätten direkt in Russland. Dadurch können die Unternehmen Steuervergünstigungen erhalten und werden damit russischen Unternehmen gleichgesetzt.

    Laut Bundesbank summierten sich die Direktinvestitionen aus Deutschland allein im ersten Quartal 2016 schon auf fast 1,1 Milliarden Euro. Dennoch sind die Sanktionen für die Wirtschaft recht spürbar: „Die Sanktionen belasten seit zwei Jahren die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Osteuropa und trüben die konjunkturellen Aussichten in der ganzen Region“, so der Vorsitzende des Ost-Ausschusses Wolfgang Büchele.

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    Sanktionen, Wilo, Russland, Deutschland