18:56 15 Dezember 2019
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    Europa wird zur Lachnummer der Weltwirtschaft – Medien

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    Wirtschaft
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    Nach dem Ausstritt Großbritanniens aus der EU verliert Europa rasant an Einfluss in der weltweiten Politik und Wirtschaft, wie der Spiegel-Kolumnist Henrik Müller schreibt.

    „Europa verharrt in einer Post-Brexit-Starre. Das Anti-EU-Referendum hat die Führungsfiguren beiderseits des Kanals verunsichert. Dass die Engländer allen Risiken zum Trotz der EU den Rücken kehren, führt nun auch anderswo zu einem Rückzug ins Kleinstaatliche“, so der Autor.

    Müller zufolge ist die EU nicht mehr allein zuständig für die internationale Handelspolitik. Deutschland ruft derweil die jeweiligen nationalen Parlamente dazu auf, über das Handels- und Investitionsabkommen mit Kanada (CETA) abzustimmen.

    Europa manövriere sich selbst ins Abseits: Während Staaten wie die USA, China und Russland den Ton in der Welt angeben, verliere die EU immer mehr an Einfluss, hieß es weiter, und dies nicht nur in der Welt-, sondern auch in der Sicherheitspolitik. Die Europasanktionen als Instrument gemeinsamer Außenpolitik würden ebenso an Kraft verlieren, da das Finanzzentrum London künftig nicht mehr Teil der EU sein werde.

    Die allgemeine Verunsicherung steige sowohl bei den Bürgern als auch an den Finanzmärkten, weil sie „mit der Rolle als Krisenfeuer“ überfordert seien. „Europas gegenwärtige Lähmung hat eine potenziell selbstzerstörerische Dynamik in Gang gesetzt“, schlussfolgert Müller.

    Am 23. Juni haben die Brexit-Befürworter beim Referendum in Großbritannien einen Sieg errungen. In 382 Wahlkreisen haben sich 17.410.742 Briten, also 51,9 Prozent, für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ausgesprochen. Mit 16.141.241 Personen stimmten 48,1 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 72 Prozent.

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    Tags:
    CETA-Abkommen, Sicherheit, Wirtschaft, Politik, Brexit, Russland, China, USA, Großbritannien, Deutschland, Europa