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    Deutsche Börse in Frankfurt

    Börsen-Fusion London-Frankfurt: 99,8 Prozent der LSE-Eigner sind dafür

    © REUTERS / Ralph Orlowski
    Wirtschaft
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    Die Aktionäre der London Stock Exchange (LSE), der größten britischen Börse, haben am Montag fast einstimmig die Fusion mit der Deutschen Börse in Frankfurt befürwortet. Auf diese Weise bekundeten sie ihre Hoffnung, dass der Brexit kein Hindernis für die Vereinigung mit der führenden Börse auf dem europäischen Festland sein wird.

    In der Erklärung der London Stock Exchange Group heißt es, nach den Abstimmungsergebnissen der Aktionäre, über die heute Bilanz gezogen worden sei, hätten 99,89 Prozent für die Fusion gestimmt. Die Aufnahme von Verhandlungen zwischen der LSE und der Deutschen Börse sei im Februar bekannt gegeben worden. Die Summe des Deals werde auf 21 Milliarden Pfund Sterling geschätzt.

    Es ist nicht der erste Versuch, die beiden größten europäischen Börsen zu vereinigen. Um den Jahreswechsel 2004/2005 hatte die Deutsche Börse bereits versucht, die LSE zu kaufen, und ihr offiziell 1,3 Milliarden Pfund Sterling dafür angeboten. Damals lehnte die LSE einen Deal ab.

    Beobachter verweisen darauf, dass die Abstimmungsergebnisse unter den LSE-Anteilseignern davon zeugen würden, dass sie trotz des Votums der Briten für einen EU-Austritt auf einen Erfolg der Fusion hoffen. Im Fall des Abschlusses dieses Deals wird der Gesamtpreis der gehandelten Unternehmen der Börsen-Holding fast 6,1 Billionen Dollar betragen, was es ihr erlauben würde, die Börsen  in Tokio und Shanghai zu überholen, die der NASDAQ-Börse nahe gekommen sind, an der die Aktien von gelisteten Unternehmen mit einer Gesamtkapitalisierung in Höhe von 7,5 Billionen Dollar gehandelt werden. Den ersten Platz hält mit großem Vorsprung die NYSE-Euronext, die die Aktien von Unternehmen handelt, die insgesamt fast 20 Billionen Dollar kosten. Die Deutsche-Börse-Aktionäre haben bis zum 12. Juli Zeit, ihr Verhältnis zur möglichen Fusion mit der LSE zu äußern. Damit die Fusion zustande kommt, müssen mindestens drei Viertel der Anteilseigner die Offerte annehmen.

    In ihrer Erklärung hob die LSE Group hervor, dass „egal ob Großbritannien in der EU bleibt oder ob es einfach ein europäisches Land sein wird, entsteht durch die Fusion eine Gruppe mit hohem Konkurrenzpotential auf globaler Ebene. Offensichtlich wird die mögliche Fusion zwischen der Deutschen Börse und der LSE Group für die Eigner beider Unternehmen und ihre Kunden vorteilhaft sein, unabhängig davon, wie sich letztendlich die gegenwärtige ungewisse Situation klären wird.“

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    Tags:
    Deutsche Börse, Londoner Börse ICE