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07:49 20 Oktober 2019
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    Hafenstadt Port Said im Nordosten Ägyptens

    Russland investiert rund fünf Milliarden Dollar in Ägypten

    © Flickr/ chris lovelock
    Wirtschaft
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    Russische Unternehmen wollen Ägypten als Tor nach Afrika und in den Nahen Osten nutzen. Dafür wollen sie bis 2035 einen Industriestandort bei Port Said aufbauen – für 4,6 Milliarden US-Dollar. Das berichtet das Online-Portal lenta.ru unter Berufung auf das russische Industrie- und Handelsministerium.

    Das Projekt sieht einen Industriecluster mit erleichterten Steuerbedingungen für russische Unternehmen vor. Die Sonderwirtschaftszone lockt mit einer Umsatz- und Einkommenssteuer von zehn Prozent. Zudem werden die Produkte der ansässigen Firmen von der Mehrwertsteuer befreit.

    Die Investoren rechnen mit rund zwölf Milliarden US-Dollar Gewinn aus der Beteiligung am geplanten Standort. 77.000 Arbeitsplätze sollen in der Sonderwirtschaftszone entstehen. Private Kapitalgeber werden den Großteil des Investitionsvolumens aufbringen.

    Der Generaldirektor des Moskauer Industrieparks „Technopolis“, Igor Ischtschenko, ist einer der Initiatoren des Projekts. Er bezeichnet es als „eine Plattform für die Expansion russischer Unternehmen“ in die Länder Afrikas und des Nahen Ostens. Der Standort werde es den Firmen ermöglichen, die neuen Märkte mit minimalem Kostenaufwand zu erschließen.

    „Auf dem Areal werden Produktionshallen und Gewerbeflächen für Industrieansiedlungen bereitstehen“, sagt Ischtschenko. „Für die Mitarbeiter des Industrieparks werden komfortable Arbeits- und Lebensbedingungen geschaffen“, betont er. Ein Überseehafen soll zum logistischen Rückgrat des neuen Standorts werden.

    2018 sollen die Bauarbeiten auf einer Fläche von zwei Millionen Quadratmetern östlich der Sonderwirtschaftszone Port Said beginnen. In dem Industriepark wollen russische Firmen Nutzfahrzeuge, landwirtschaftliche Maschinen, petrochemische Erzeugnisse und Baustoffe herstellen.

    Residenten des neuen Industrieparks werden laut der Projektpräsentation des russischen Industrie- und Handelsministeriums die russischen Fahrzeugbauer KAMAZ, GAZ und UA“, der Maschinenbauer Transmashholding, der Energieversorger Inter RAO UES sowie die Mineralölkonzerne Gazprom Neft und Tatneft sein.

    Der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow und sein ägyptischer Amtskollege Tarek Kabil hatten im Februar dieses Jahres ein Memorandum über den Bau eines russischen Industriestandorts unterzeichnet.

    Der russische Präsident Wladimir Putin und der ägyptische Staatschef Abd al-Fattah as-Sisi hatten bei einem Treffen in Sotschi im August 2014 den Bau einer gemeinsamen Sonderwirtschaftszone in der Region des Suez-Kanals vereinbart.

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