00:58 28 Oktober 2020
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    Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci hat in einem Exklusivinterview für Sputniknews die Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland aus Sicht der Türkei dargelegt und bestätigt, dass das noch vor der Beziehungskrise gesetzte Ziel eines gegenseitigen Warenumsatzes in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar aktuell bleibe.

    Dazu ist Zeybekci zufolge ein großangelegtes Treffen der russischen und türkischen Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus sowie Energie angedacht.

    „Die Verhandlungen mit Russland verlaufen derzeit positiv und konstruktiv“, so der türkische Wirtschaftsminister. Allerdings verfüge er über keine Informationen zu einem möglichen Treffen zwischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

    „Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland zeichnen sich durch eine sehr wichtige Besonderheit aus: Das sind zwei Länder, die harmonisch einander ergänzen“, so Zeybekci weiter. „In diesem Zusammenhang wirkt sich die trübe Atmosphäre in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen negativ auf beide Staaten aus. Dialog und Zusammenarbeit haben hingegen eine positive Bedeutung für die zwei Länder, sie tragen viel zur Weiterentwicklung der Beziehungen bei“.

    Vor der November-Krise hatten sich die türkische und russische Regierung das Ziel gesetzt, den jährlichen Warenumsatz auf eine Höhe von 100 Milliarden US-Dollar zu bringen. Der Minister meint, „abgesehen davon, dass in den vergangenen sieben Monaten die Zielerreichung abgebremst worden war, können wir kaum von ernsten Problemen in dieser Frage sprechen“.

    „Wir müssen möglichst schnell den durch die Krise angerichteten Schaden gutmachen und die Kooperation dort fortführen, wo sie unterbrochen war“, mahnte Zeybekci. Ein Verzicht auf das 100-Milliarden-Ziel sei dabei unmöglich.

    Besonders wichtig sei die türkisch-russische Zusammenarbeit im Bereich Energie: „Auch während der Krise hat weder die Türkei noch Russland Projekte eingestellt, die mit Atomenergie oder Energielieferung verbunden sind. Eine Aussetzung dieser Projekte in der Zukunft kommt nicht in Frage“.

    Auch das Gaspipelineprojekt Turkish Stream gehöre ins Ressort der Wirtschaftsminister: Auf der Tagesordnung des anstehenden Treffens stehen Zeybekci zufolge Fragen der Energie-Kooperation.

    Was den Schaden für die Landwirtschaft, Tourismus und andere Bereiche durch die türkisch-russische Krise anbetrifft, hat sich der Minister jedoch jeglicher Kommentare enthalten.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Wirtschaft, Energiebereich, Beziehungen, Turkish Stream, Nihat Zeybekci, Russland, Türkei