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21:54 21 August 2019
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    Der katarische Scheich Tamim bin Hamad al-Thani (Mitte)

    Katarische Scheiche glauben an Deutsche Bank

    © AFP 2019 / STRINGER
    Wirtschaft
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    Die katarische Herrscherfamilie Al Thani ist zum größten Aktionär der Deutsche Bank avanciert. Sie stockte ihren Anteil am Kapital der Bank auf beinahe zehn Prozent auf.

    Die größte deutsche Privatbank Deutsche Bank AG übergab fast zehn Prozent ihrer Anteile an die katarische Emirsfamilie Al Thani. Dies wurde aus einer Pressemitteilung der Bank bekannt.

    Die katarischen Monarchen erwarben seit 2014 über die beiden Offshore-Gesellschaften Paramount Services Holdings und Supreme Universal Holdings Anteile der Deutschen Bank. Im August 2015 verfügten die Herrscher über 6,1 Prozent, ihr größter Aktionär war BlackRock. 2016 besaß jede der Firmen fast fünf Prozent der Aktien der Bank.

    Wann und zu welchem Preis die Aktien erworben wurden, wird nicht mitgeteilt.

    „Wir freuen uns, dass unsere katarischen Investoren mit ihrem langfristigen Engagement auf den Erfolg der Deutschen Bank setzen“, sagte der Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner.

    Laut Experten des „Wall Street Journal“ wurde die größte deutsche Privatbank gezwungen, den beharrlichen Bitten der Investoren aus Katar nachzugeben. Zudem erschien in der Deutschen Bank gerade auf Bitte der katarischen Herrscher ein neues Aufsichtsratsmitglied, Stefan Simon, Partner bei der Kanzlei Flick Gocke Schlaumburg.

    Die katarische Herrscherfamilie wurde 2014 zum Aktionär der Deutschen Bank, als die Bank acht Milliarden Euro neues Kapital heranzog. Bereits damals war klar, dass die Bank in einer schwierigen Finanzlage steckte. Ein Jahr zuvor, als die Bank drei Milliarden Euro von Investoren bekam, sagte der damalige Co-Direktor Anshu Jain, dass der „hungrige Marsch“ vorbei sei, doch 2013 zeigten sich erst die tatsächlichen Probleme der Bank.

    Im Sommer 2015 wurde der neue Generaldirektor John Cryan ernannt, der bereits seit mehr als einem Jahr die Umstrukturierung der Bank umsetzt. 2015 hatte die Deutsche Bank Verluste in Höhe von 6,8 Milliarden Euro zu verzeichnen. Ende Juni wurde bekannt, dass die Bank bei den Stresstests in den USA durchfiel. Der IWF bezeichnete die Deutsche Bank als riskanteste Bank in der Welt. Im vergangenen Jahr verloren die Aktien der Deutschen Bank 57 Prozent an ihrem Wert. Anfang Juli fielen die Kotierungen auf den historischen Tiefstand.

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    Tags:
    Aktien, Wirtschaft, Deutsche Bank, Katar