10:57 22 November 2019
SNA Radio
    Gold

    China rechnet mit russischem Gold

    © Fotolia / Ded Pixto
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    1620112
    Abonnieren

    Zur Internationalisierung des Yuan will China seine Goldbestände vergrößern, was eine Zusammenarbeit mit russischen Goldgrubenbesitzern unvermeidlich macht. Die Aussichten einer eventuellen Kooperation werden bei der Konferenz „China Gold Congress & Expo 2016“ in Peking behandelt.

    Der zu erwartende jährliche Goldverbrauch in China soll 1200 Tonnen im Jahr 2020 betragen. Dies berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Shanghai Securities News am Mittwoch unter Berufung auf das Ministerium für Industrie und Informationstechnologien.

    Dabei werde die chinesische Goldproduktion nicht den steigenden Bedarf decken können, gab das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologien zu.

    Vor diesem Hintergrund sind chinesische Unternehmen bereit,  Anteile an russischen Goldvorkommen zu kaufen. Das  Thema wird im Rahmen des „China Gold Congress & Expo 2016" behandelt, einem internationalen Forum, das vom 26. bis zum 28. Juli in Peking stattfindet und  den Themen wie Goldgewinnung, Goldinvestitionen sowie Goldverbrauch gewidmet ist.

    China ist in der russischen Goldindustrie bereits  präsent.  Seit 2012 hatte es  in vier kleine Startup-Unternehmen investiert. So legte die chinesische Firma „Zijin Gold" im vergangenen Jahr  rund 100 Millionen US-Dollar in den Bau eines Werkes in der südsibirischen russischen Teilrepublik Tuwa an. An größeren Projekten haben die Chinesen bislang noch nicht teilgenommen.

    Die Zahl der großen  Projekte unter Mitwirkung von China solle in der Zukunft steigen, sagte der Vorsitzende des Verbandes der russischen Goldgrubenbesitzer. Dem größten Goldverbraucher und —produzenten China gehen seine Vorräte aus, deshalb suche das Land, sie in anderen Märkten zu ergänzen. Zudem  sei die Mineralrohstoffbasis Russlands  reicher als die von China: In China enthalte eine Tonne goldhaltigen Sandes ein Gramm Gold, in Russland sei der Gehalt doppelt so hoch.

    Es sei für die beiden Seiten wichtig, die Zusammenarbeit in Gang zu bringen, sagte der Generaldirektor des Schmuckunternehmens „Karat", Konstantin Bunin,  in einem Interview  mit Sputnik. Seine Firma war  unter  den ersten russischen  Unternehmen, die in den chinesischen Goldmarkt einstiegen.

    „Dies ist eine ziemlich aussichtsreiche Richtung, weil wir hauptsächlich sehr viele Vorkommen im Nordpolarkreis haben.  Die Gewinnung als solche gilt dort als sehr arbeitsaufwendig. Außerdem  erfordert sie vorbereitende Explorationsarbeiten. Und das bedeutet hohe  Kosten. Es gibt heutzutage sehr wenige Firmen auf dem russischen Markt, die sich das leisten können. Das  Vorrücken in dieser Frage ist also in einer Partnerschaft  mit chinesischen Investitionen gut  möglich", so Bunin.

    Zumal habe der russische Präsident Wladimir Putin  vor Kurzem einen Erlass  unterzeichnet, der  die Bedingungen der Ausfuhr von Rohdiamanten sowie  die Ein- und Ausfuhr von Edelmetallen erweitere und erleichtere. „Mir scheint es, alles entwickelt sich harmonisch für  eine Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern", so Bunin weiter.

    Dabei ist der heutige Anteil Chinas an der Goldgewinnung in der Welt gering: Er beträgt lediglich drei Prozent. Allerdings  könne dieses Segment auf zehn bis fünfzehn Prozent steigen, wie  der Leiter der Abteilung für Investitionen und Bankwesen der Investmentgesellschaft QBF, Dmitri Kipa, gegenüber Sputnik sagte.  Das Interesse Chinas  an der Steigerung  der Goldbestände, darunter mittels Imports, sei unmittelbar mit seiner Politik der  Yuan-Internationalisierung  verbunden.

    Der Brexit habe eine  bedeutende Preissteigerung  bei Gold verursacht, wie der Chef des chinesischen  Goldverbandes und Präsident der Firma  „China Gold", Song Xin, beim China Gold Congress & Expo-2016 in Peking sagte. Außerdem sei  im ersten Quartal 2016 ein Wachstum der globalen Investitionen in Gold festgestellt worden. Vor diesem Hintergrund könne Gold zu einem Asset werden, der die Internationalisierung des Yuan fördern würde.

    Die Umsetzung der Strategie der neuen Seidenstraße  könne  zu einer  stärkeren Integration der Goldindustrie in den Weltmarkt beitragen, betonte Song. Da die Zahlungen bei  den  meisten Projekten  im Rahmen  der chinesischen Seidenstraßen-Strategie in Yuan  vorgenommen werden sollen, sei also eine  neue Plattform vorhanden, wo China die Dollarnote aus dem  Umlauf verdrängen und gleichzeitig den  Goldstandard an seinen Yuan anknüpfen könne.

    Zudem hatte China einen eigenen Orientierungspreis für  Gold geschaffen, der in Yuan nominiert wird. Der Referenzpreis wird in der Shanghai Gold Exchange (Goldbörse Schanghai) festgelegt. Laut dem Finanzanalytiker Dmitri Tratas kann der „Schanghaier Goldfixing" mit der Zeit  den „Londoner Goldfixing" herausfordern.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Liaison von EAWU und Seidenstraße-Projekt: Putin und Xi Jinping bereiten Start vor
    Neue Seidenstraße: Hyperloop hat’s auf China-Europa-Korridor durch Russland abgesehen
    Zwei Megaprojekte auf Integrationskurs: Eurasien-Union und „Seidenstraße“
    Russland und China bauen gemeinsam schweres Flugzeug-Triebwerk
    Saudi-Arabien tritt chinesischen Ölmarkt an Russland ab
    Warum China jetzt Freundschaft mit Russland braucht
    Europa, Russland und China verbinden: Schnell, schneller, Hyperloop
    Tags:
    Große Seidenstraße, Yuan, Gold, Russland, China