02:30 24 Oktober 2017
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    Der deutsche Landmaschinenbauer Claas

    CLAAS in Russland: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“

    © Sputnik/ Stanislaw Sawin
    Wirtschaft
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    Der Landmaschinenhersteller CLAAS ist das erste und bisher einzige ausländische Unternehmen, das einen Sonderinvestitionsvertrag mit der russischen Regierung unterzeichnet und sich damit den offiziellen Status eines einheimischen Betriebs gesichert hat. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, so der Generaldirektor des Unternehmens, Ralf Bendisch.

    „Für seine Produktionsstätte in Krasnodar im Süden Russlands hat CLAAS bereits 150 Millionen Euro investiert, darunter 120 Millionen in die neue Fertigungsstätte, die im vergangenen Herbst in Betrieb genommen wurde“, sagte Bendisch in einem Sputnik-Interview. „Das ist die größte Investition von CLAAS in seiner über 100-jährigen Geschichte. Damit hat CLAAS die modernste Landmaschinenfabrik in Europa eben in Russland aufgebaut.“

    Viele Arbeitsplätze wurden geschaffen: 2000 Mitarbeiter werden direkt durch CLAAS in der Russischen Föderation beschäftigt.

    „Die Produktionskapazität beträgt heute bis zu 2500 Mähdrescher. Wir werden in den nächsten Jahren weiter investieren, die Produktionsprozesse vervollkommnen und den Lokalisierungsgrad erhöhen“, fügt Bendisch hinzu.

    Ralf Bendisch
    © Foto: http://www.claas.ru/
    Ralf Bendisch

    Die Unterzeichnung des Sonderinvestitionsvertrages betrachtet der Generaldirektor der Fabrik als Anerkennung der langjährigen Präsenz von CLAAS in Russland und gleichzeitig als eine Verpflichtung.

    „Wir verpflichten uns dazu, alle Bedingungen genauso zu erfüllen, wie sie auch jeder andere Hersteller in Russland erfüllen muss. Im Gegenzug gewährt uns die russische Regierung den offiziellen Status eines russischen Herstellers. Wir  haben den gleichberechtigten Zugang zu allem, was auch russische Hersteller nutzen können, z.B. Kaufpreissubventionierung. Das ist der Vorteil — und das ist ein wichtiger Schritt für uns.“ 

    Die Region Krasnodar ist die Kornkammer Russlands. Die Landwirtschaft in der Russischen Föderation sei nach Meinung des Generaldirektors viel professioneller geworden, es würden große Agrarunternehmen und Holdings mit den hunderttausenden von Hektar entstehen.

    „Russland ist ein wichtiger Agrarmarkt Europas und der Welt mit einem enormen Potenzial. Bei einer klugen und zielgerichteten Entwicklung der Landwirtschaft kann Russland bald nicht nur seine eigene Bevölkerung versorgen, sondern einer der wichtigsten Exporteure für Lebensmittel in der Welt werden.“ Das wäre sehr wichtig für unsere sich so dynamisch entwickelnde Welt mit der wachsenden Bevölkerungszahl, dazu wolle auch CLAAS seinen Beitrag leisten, betonte Ralf Bendisch.

    In Beantwortung der Frage, ob CLAAS weiter in Russland bleiben werde, führte er die Worte der Aufsichtsratsvorsitzenden Cathrina Claas-Mühlhäuser an: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Dem könnte man nichts mehr hinzufügen.

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    Tags:
    Claas, Ralf Bendisch, Russland