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    Putin und Erdogan auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen in St. Petersburg, 9. August 2016

    Turkish Stream: Erdogan will Baukosten mit Russland teilen

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    Wirtschaft
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    Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen (108)
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    Die Türkei hat Russland vorgeschlagen, die Finanzierung der Gas-Pipeline Turkish Stream untereinander aufzuteilen, auch die Strecke, die auf türkischem Territorium verlegt wird. Dies berichtet der TV-Sender Haberturk am Donnerstag.

    „Es gibt keine Probleme mit dem Projekt Turkish Stream. Wir haben der russischen Seite nur vorgeschlagen, die Kosten für die Rohrverlegung auf unserem Territorium zu teilen“, sagte Erdogan während des Fluges aus St. Petersburg in die Türkei gegenüber türkischen Journalisten.

    Es gäbe bereits entsprechende Vereinbarungen mit der russischen Seite.

    Der russische Energiekonzern Gazprom will die Finanzierung der Unterwasser-Abschnitte der Leitung noch einmal nach dem Beginn der Bauarbeiten erörtern, hatte der zuständige Gazprom-Projektleiter Anatoli Fajanzew zuvor gesagt.

    Am 9. August fand in St. Petersburg das erste Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan nach der Krise in den bilateralen Beziehungen statt. Damit gilt der Neustart im Verhältnis zwischen Moskau und Ankara nach dem Abschuss des russischen Bombers Su-24 im November 2015 als besiegelt.

    Putin und Erdogan erklärten ihre Absicht, die Zusammenarbeit in allen Bereichen wieder herzustellen. Wie die russische Seite besonders hervorhob, werden die gegen türkische Unternehmen gerichteten speziellen Wirtschaftseinschränkungen etappenweise aufgehoben und die Projekte Turkish Stream und AKW Akkuyu wiederbelebt. Die Charterflüge sollen wieder aufgenommen und die Visaprobleme zwischen beiden Ländern geklärt werden. Obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist, zeigte sich Erdogan zu einer Zusammenarbeit mit Moskau in der Rüstungsindustrie bereit.

    Im November 2015 war ein russischer Bomber Su-24 von einem türkischen Kampfjet über Syrien abgeschossen worden. Russlands Präsident nannte dies damals „einen Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“. Moskau verhängte danach mehrere Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei.

    Ende Juni 2016 unternahm Erdogan den ersten Schritt zur Beilegung der Krise: In einem Brief an Putin entschuldigte sich der türkische Staatschef für die abgeschossene Su-24 und bekundete sein Mitgefühl zum Tod des russischen Piloten. Nach einem persönlichen Telefonat zwischen Putin und Erdogan teilte der russische Präsident seiner Regierung mit, dass die Normalisierung der Beziehungen zu Ankara in Handel und Wirtschaft eingeleitet wird.

     

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    Tags:
    Verhältnisse, Gas-Pipeline, Finanzierung, Kosten, Bauarbeiten, Turkish Stream, Gazprom, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Ankara, Türkei, St. Petersburg, Russland