17:40 17 Februar 2020
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    Nord Stream 2 (104)
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    Nachdem Polen den Gesellschaftern des Projekts Nord Stream 2 die Gründung eines Joint Ventures zum Bau der Pipeline verweigert hat, wollen Gazprom, Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall nach alternativen Wegen suchen, um das Projekt umzusetzen. Dies berichtet RIA Novosti unter Berufung auf einen Wintershall-Sprecher.

    Zuvor hatte das polnische Kartellamt UOKiK den Antrag der Gesellschafter Gazprom, Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall abgelehnt, die Gründung eines Joint Ventures zur Realisierung des Projekts zu genehmigen. Seine Entscheidung begründete Polen damit, dass die neue Pipeline die Konkurrenz auf dem Gasmarkt in Europa beeinträchtigen würde.

    „Alle Antragsteller vertreten die Ansicht, dass das Projekt für das europäische Energiesystem von entscheidender Bedeutung ist, und jeder von ihnen prüft alternative Ansätze, um zur Umsetzung beizutragen“, hieß es.

    Nun haben die Unternehmen der polnischen Wettbewerbsbehörde ihre gemeinsame Antwort auf deren Beschluss unterbreitet. Die Projektteilnehmer haben entschieden, ihre Fusionskontrollanmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde gemeinsam zurückzuziehen, hieß es. Das werde sich jedoch nicht auf den planmäßigen Bau der Nord-Stream-2-Pipelines auswirken.

    Die geplante Gasleitung soll in Umgehung des Territoriums und der Territorialgewässer Polens auf dem Grund der Ostsee direkt von Russland nach Deutschland verlegt werden. Experten gehen davon aus, dass der Gazprom-Konzern und seine europäischen Partner die Versuche, eine Vereinbarung mit Polen zu erreichen, als zu kostspielig aufgegeben haben. Zudem sollten bei den Verhandlungen über Nord Stream 2 auch die geplanten Projekte South Stream und Turkish Stream mit berücksichtigt werden. Die Konkurrenz zwischen ihnen werde dazu beitragen, wenigstens eines der Projekte durchzusetzen, hieß es.

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    Joint Venture, Verweigerung, Verbot, Nord Stream-2, das polnische Kartellamt UOKiK, Russland, Polen, Deutschland