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    Protestaktion gegen TTIP in Frankfurt

    Finanzexperte Wolff: „Über TTIP-Zukunft entscheiden weder Merkel, noch Gabriel“

    © REUTERS / Ralph Orlowski
    Wirtschaft
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    Streit um TTIP (78)
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    Auf den „Wahlkampfmodus“ führt der deutsche Finanzexperte Ernst Wolff die jüngste Äußerung von Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, das EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP sei „gescheitert“.

    „Ich glaube, dass er schon im Wahlkampfmodus ist, weil ja jetzt die Landtagswahlen anstehen“, äußerte Wolff im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Armin Siebert. „Ich denke, dass er da auch ein bisschen auf der populistischen Welle reitet.“

    „Er weiß ganz genau, dass TTIP von vielen Deutschen abgelehnt wird. Er hat jetzt deren Seite aufgegriffen, indem er gesagt hat, TTIP sei eigentlich gescheitert. Zugleich sagte er aber auch, dass CETA, also das Abkommen mit Kanada, auf jeden Fall durchgehen wird.“

    „Was er den Leuten nicht sagt, ist, dass er, Sigmar Gabriel, nur ein ganz kleines Licht ist, das nicht darüber entscheiden wird, ob TTIP durchkommt oder nicht“, fügte Wolff hinzu. „Genauso wenig entscheiden das Angela Merkel oder die Bundesregierung. Ob TTIP kommt oder nicht wird in Washington entschieden und nicht in Berlin.“

    „Auch die größte Volkswirtschaft Europas ist vom Dollarsystem abhängig und kann sich nicht einfach gegen den Willen der Amerikaner durchsetzen“, betonte Wolff. „Ich schließe mit Ihnen eine Wette ab: Solange Merkel und Gabriel das Kabinett stellen, solange die CDU/SPD-Regierung an der Macht ist, wird TTIP noch in dem Zeitraum durchkommen, da bin ich mir sicher.“

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    Tags:
    TTIP, Sigmar Gabriel, Angela Merkel, Deutschland