06:46 25 März 2017
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    Der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in Sotschi

    Unabhängig von Kurilen-Streit: Japan forciert Wirtschaftskooperation mit Russland

    © Sputnik/ Sergei Guneev
    Wirtschaft
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    Östliches Wirtschaftsforum 2016 (12)
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    Die japanische Regierung will die Zusammenarbeit mit Russland im Wirtschaftsbereich ausbauen, wie die Agentur Kyodo meldet. Eine Lösung im Territorialkonflikt um die Kurilen-Inselkette soll dabei nicht abgewartet werden.

    Die neue Position Japans, die auch im Mai beim Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe besprochen worden sein soll, besteht demnach darin, dass Tokio die Zusammenarbeit mit Russland weiter entwickeln wolle, ohne eine Entscheidung im Territorialkonflikt um die Kurilen abzuwarten. Alle Details sollen Anfang September beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok besprochen werden.

    Mehrere japanische Unternehmen wollten die Arbeit mit Russland schon in diesem Jahr aufnehmen, hieß es. Gleichzeitig befürchtet Tokio, dass diese Investitionen den Abschluss eines Friedensvertrages verzögern könnten.

    Der japanisch-russische Kooperationsplan sieht in acht Punkten die Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich der Förderung von Erdöl, Erdgas und anderen Energieressourcen, der Einrichtung von Flughäfen und Häfen, sowie die Weiterentwicklung der Landwirtschaft im Fernen Osten vor. Das Programm des japanischen Premiers beinhaltet zudem Vorschläge zu gemeinsamen Aktivitäten im Bereich der Modernisierung städtischer Infrastruktur wie Maßnahmen zur Beseitigung von Staus, Ausbau von Wasserleitungssystem und Kanalisation, sowie den Neubau moderner medizinischer Zentren.

    Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Inselgruppe zwischen Russland und Japan. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen der Sowjetunion zu, was völkerrechtlich festgehalten wurde. Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Bis heute gibt es darum keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan.

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    Tags:
    Wirtschaftskooperation, Zusammenarbeit, Kurilen, Japan, Russland
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Immer mehr Länder möchten Handelsbeziehungen mit Russland ! Das ist gut so!
      VSA hat fertig und EU folgt !
    • boroser1502
      Japan und Russland haben grosse gegenseitige Vorteile

      bei einer guten Zusammenarbeit.

      Annäherung braucht Zeit, Einigung geht nicht über Nacht,

      Vertrauen braucht Zeit.

      Wirtschaftliche Zusammenarbeit und gemeinsame Erfolge

      stärken das Vertrauen.

      Eine Lösung im Territorialkonflikt ist bei guten und

      vertrauensvollen Beziehungen um so wahrscheinlicher.

      Japan sollte sich nicht missbrauchen lassen von anderen

      Faktoren. Nicht alle Faktoren haben mit Russland gute

      Absichten, wie wir leider erkennen mussten!
    • avatar
      hihardt
      Es ist völlig richtig, Prioritäten zu setzen. Die Streitigkeiten um die die Kurilen werden sich bei guten Wirtschaftsbeziehungen auch noch lösen lassen.
    • meshu
      "Durchtrenne die Naht zwischen vorher und nachher".
      Das alte Japan ist erwacht. Die Macht der USA wird sich darin verlieren. Wenn sich die US Einflüsse verringern, dann können wieder 300 Jahre Frieden erreicht werden. Die Einflüsse durch die imperiale Kriegsmacht USA müssen beendet werden.

      Ein Ausbau der Zusammenarbeit Russland und Japan bringt beiden Ländern mehr Wohlstand und Frieden.

      "Der Geist selbst ist es,
      der den Geist in die Irre führt;
      auf den Geist habe acht
      mit wachen Geist."
    • avatar
      PUtinDERBÄR
      Dr.Putin wird Herrn Abe klar gemacht haben, daß Japan ohnehin keine vollen Hoheitsrechte über die Kurilen genössen, selbst wenn Russland sich von dort zurückzöge. Und dies gilt, solange Japan im aktuellen Ausmaß an die Hegemonialpolitik der USA gekettet ist. Zöge sich Russland in der jetzigen Phase der Weltgeschichte aus den Kurilen zurück, würde es maximal zwei Jahre dauern, bis die USA dort Raketen gegen China und Russland stationieren würden unter dem Vorwand, Nordkorea eindämmen und Südkorea und Japan schützen zu müssen.
      Die neue Kooperation zwischen der RF und Japan zeigt, daß es auch ohne formellen Friedensvertrag geht, solange niemand die USA aus ihren feuchten Hegemonialträumen erlöst hat.
    • Philipp
      Würde mich nicht wundern, wenn es bald einen Putsch in Japan geben würde....
    • TeslaAntwort anPUtinDERBÄR(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      PUtinDERBÄR,
      Der Kurilenstreit wurde den Japanern von den USA aufgedrängt um Russland zu isolieren. Das wissen die Japaner. Sie wissen auch wer sie besätzt hat und nicht freiwillig wieder gehen will.

      Japaner sind nicht dumm. Sie sind nur durch die Okkupation der USA nicht selbständig und sind deswegen eingeschränkt im Handeln.
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