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06:09 20 September 2019
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    D-Mark-Revival: Traditionswährung jetzt im Online-Geschäft

    D-Mark-Revival: Traditionswährung jetzt im Online-Geschäft

    © Foto: Hertie
    Wirtschaft
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    Das Online-Versandhaus Hertie.de akzeptiert die D-Mark wieder als Zahlungsmittel. Marketing-Chef Klaus-Martin Meyer glaubt, dass andere Unternehmen die Idee aufgreifen und bald mitziehen werden.

    Laut der Bundesbank befinden sich nach wie vor 12,76 Milliarden D-Mark im Umlauf. Doch diese Masse an D-Mark-Scheinen und Münzen könnte sich in den nächsten Jahren drastisch verkleinern. Ursache dafür sind Unternehmen wie Hertie.de, die die alte deutsche Währung wieder als Zahlungsmittel akzeptieren. „Wir tauschen das Geld bei der Landeszentralbank um“, sagt Meyer. „So minimiert sich das, was im Umlauf ist. Die Landeszentralbanken ziehen das Geld ein und dann wird es vernichtet.“

    Das Osnabrücker Unternehmen HDK AG, das sich 2012 den Namen Hertie zugelegt hatte, nachdem das renommierte Warenhaus Hertie Insolvenz anmelden musste, hat sich bei der Idee von seinem Azubi-Team inspirieren lassen. “Die haben mal ein wenig kreatives Transferdenken an den Tag gelegt, weil die Meldung darüber, wieviel D-Mark noch im Umlauf sind, ja jedes Jahr neu aufgekocht wird. Das Kaufhaus C&A akzeptiert die D-Mark. Warum sollten also die Offline-Geschäfte immer von den Onlinern lernen? Das kann doch auch mal andersrum gehen. Wir mussten den Prozess nur auf das Online-Geschäft adaptieren. Nach Erhalt der Mark-Scheine stellen wir demnach Gutscheine aus. Die ersten Gutscheine haben wir bereits verschickt“, so Meyer.

    Doch warum nur Scheine? „Das liegt schlichtweg an den hohen Portokosten. Der Zählaufwand wäre außerdem zu hoch“, erklärt er gegenüber der Sputnik-Korrespondentin Anne-Kathrin Glück. 

    D-Mark-Revival: Traditionswährung jetzt im Online-Geschäft
    D-Mark-Revival: Traditionswährung jetzt im Online-Geschäft

    Medienberichten zufolge ist die Zahlung nur als Übergangslösung vorgesehen, bis man völlig auf die virtuelle Währung Bitcoin umgestiegen ist. Doch das verneint der Marketingleiter: „Wir bieten das jetzt als zusätzliche Option an. Es ist kein Entweder-oder.“

    Mit Blick in die Zukunft geht Klaus-Martin Meyer davon aus, dass der Onlineshop so neue Kunden gewinnt und gleichzeitig andere Unternehmen die Idee übernehmen und ebenfalls die D-Mark-Bezahlung wieder anbieten werden. „Das wäre kein Nachteil. Wenn das passiert, dann gilt der klassische Grundsatz: Die Konkurrenz belebt das Geschäft.“

    Dass die Deutschen offenbar nostalgisch sind, wenn es um die D-Mark geht, davon ist Meyer überzeugt. „Das erklärt, warum noch so viel Geld im Umlauf ist. Viele haben aus rein nostalgischen Gründen diese Scheine zu Hause. Ich glaube, es sind über 100 Millionen 10-Mark-Scheine im Umlauf, also mehr als ein 10-Mark-Schein pro Haushalt. Damit kann man aber nicht reich werden, denn eine extreme Wertsteigerung ist kaum zu erwarten.

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    Tags:
    D-Mark, EU, Klaus-Martin Meyer, Anne-Kathrin Glück, Deutschland