12:32 23 April 2019
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    Ukainischer Präsident Petro Poroschenko in einer Sitzung der Werchowna Rada

    Poroschenko: Verlust des russischen Marktes kostet Ukraine 15 Milliarden Dollar

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    Wirtschaft
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Kiews Verluste wegen der von Russland verhängten Einschränkungen auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. Moskaus Vorgehen bezeichnete Poroschenko als „Wirtschaftsschock“. Ihm zufolge gehen die ukrainischen Exporte nach Russland weiter zurück.

    „Im Jahr 2015 ist unser Export nach Russland gegenüber 2014 um 50 Prozent geschrumpft. Das ist bei weitem nicht das Ende: in den ersten sechs Monaten (2016 – Anm. d. R.) ist ein Rückgang von 34 Prozent zu beobachten. Russlands Anteil am ukrainischen Export beträgt lediglich neun Prozent, wobei sich die Tendenz zu einer weiteren Senkung abzeichnet“, sagte Poroschenko in seiner Jahresbotschaft an das Parlament.

    Die Ukraine habe wegen der Wirtschaftsrezession Dutzende, wenn nicht Tausende Arbeitsplätze verloren. Diese Wirtschaftsaggression ist Poroschenko zufolge einer der Hauptgründe für die drastische Verschlechterung des Lebensstandards.

    Kiew benötige zudem rund drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Militärausgaben. Dies sei ein Maximum, mit dem Kiew zurzeit rechnen könne.

    „Das ist zu viel im Vergleich zur Mitte der 2000er Jahre, als lediglich etwa ein Prozent für diese Zwecke ausgegeben wurde, aber zu wenig für ein Land, das sich im Kriegszustand befindet“, betonte Poroschenko.

    Die „Militärlast“ auf den Haushalt und den Sozialbereich sei ihm zufolge „kritisch hoch“.

    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hatte am 29. Dezember 2015 der Regierung erlaubt, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen. Das war ein Gegenschritt, nachdem der russische Premier Dmitri Medwedew die Ukraine auf die Liste jener Länder gesetzt hatte, für die das Lebensmittelembargo gilt. Es erstreckt sich ebenso auf die EU-Länder, die USA, Kanada, Norwegen, Australien, Albanien, Montenegro, Island und Liechtenstein. Das Embargo für ukrainische Waren gilt in Russland seit Anfang dieses Jahres.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind angesichts der Ukraine-Krise seit der Wiedervereinigung der Krim und von Sewastopol mit Russland 2014 schwer belastet, was sich auch auf die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beider Länder ausgewirkt hat.

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    Tags:
    Verluste, Sanktionen, EU, Petro Poroschenko, Dmitri Medwedew, Rhode Island, Lichtenstein, Montenegro, Australien, Kanada, Albanien, Norwegen, USA, Russland, Ukraine