02:58 22 Februar 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Ukrainische Finanz- und Schuldenkrise (85)
    81185
    Abonnieren

    Russlands Vertreter beim Internationalen Währungsfonds (IWF) wird gegen die Gewährung einer weiteren Kredittranche an die Ukraine stimmen, wie der russische Finanzminister Anton Siluanow am Montag bei einem Pressegespräch in Moskau mitteilte.

    „Wir werden am Montag unserem Vertreter beim IWF verordnen, gegen eine neue Kredittranche an die Ukraine zu stimmen, weil dieser Beschluss unserer Ansicht nach den geltenden Regeln widerspricht“, so Siluanow.

    Laut dem Minister hält Moskau zudem die Erklärung des Internationalen Währungsfonds für unbegründet, dass Kiew alle Bedingungen für die Bereitstellung der weiteren Tranche erfüllt habe. Der IWF habe hierbei seine eigenen Vorschriften verletzt, so Siluanow. Russland als IWF-Mitglied sei berechtigt, seine Position durchzusetzen.

    „Ich kann nicht sagen, welche Entscheidung letzten  Endes der Direktorenrat (des IWF – Anm. d. R.) treffen wird. Die meisten Mitglieder des Internationalen Währungsfonds vertreten möglicherweise einen anderen Standpunkt und Russlands Stimme wird hierbei keine entscheidende Rolle spielen“, betonte der Minister.

    Der IWF hatte die Gewährung einer weiteren Tranche an Kiew auf die Tagesordnung des für den 14. September anberaumten Direktorenrates gesetzt.  Das auf vier Jahre befristete IWF-Programm sieht Hilfe im Gesamtwert von 17,5 Milliarden US-Dollar für Kiew vor.

    Der IWF hatte im vergangenen Jahr ein neues Rettungsprogramm für die Ukraine abgesegnet. In vier Jahren soll das vom Staatsbankrott bedrohte Land von internationalen Gläubigern insgesamt 40 Milliarden US-Dollar bekommen, darunter 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF. Bislang überwies der Fond 6,7 Milliarden Dollar, davon fünf Milliarden US-Dollar im März 2015, weitere 1,7 Milliarden US-Dollar im August 2015. Eine dritte Tranche wurde wegen der in der Ukraine ausgebrochenen politischen Krise verschoben. 

    Der IWF zeigte sich bereit, mit Kiew nach dem Rücktritt von Premier Arsenij Jazenjuk und der Ernennung von Wladimir Groisman zum neuen Regierungschef zu arbeiten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Ukrainische Finanz- und Schuldenkrise (85)

    Zum Thema:

    Kiew mauschelte mit IWF? - Timoschenko fordert Enthüllung von Geheimabkommen
    IWF-Chefin: Weltwirtschaft gemeinsam wieder aufbauen
    Keine Kredit-Gespräche: IWF lässt Ukraine hängen
    Medwedew: Neue IWF-Kredit-Tranche an bankrotte Ukraine öffnet „Büchse der Pandora“
    Tags:
    Kredite, Tranche, IWF, Wladimir Groisman, Arsenij Jazenjuk, Anton Siluanow, Ukraine, Russland