02:49 21 Februar 2018
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    Unternehmer-Umfrage: Zwei Drittel bewerten Russlandsanktionen als sinnlos

    © Sputnik/ Natalia Seliverstova
    Wirtschaft
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    Die Sanktionen sind dem politischen Kalkül geschuldet, nicht dem Willen der deutschen Industrie, betont Claus Wilk, Chefredakteur der Zeitung „Produktion“, in seinem Kommentar zu der jüngsten Umfrage auf der Webseite der Zeitung, bei der es um Russland-Sanktionen ging.

    An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 165 User der Website. Die Frage lautete: „Machen die Russlandsanktionen immer noch Sinn?“ 63 Prozent der Befragten sagten, dass sie die Russlandsanktionen für sinnlos halten, dass sie keinerlei Wirkung zeigen und dass man sie aufheben sollte. 12 Prozent wären für eine  baldige Aufhebung der Sanktionen. Nach Ansicht von 14 Prozent sollen die Sanktionen in Kraft bleiben.

    „Man kann jetzt über die Validität einer solchen Umfrage trefflich diskutieren“, so Wilk in einem Sputnik-Interview. „Das Umfrageergebnis zeigt jedenfalls ein ganz deutliches Stimmungsbild.“

    Die Leser der Website bestehen zu 50 Prozent aus Geschäftsführern und Vorstände. Die restlichen 50 Prozent bilden vorwiegend Abteilungsleiter aus Betrieben der produzierenden Industrie. Die Zeitung wendet sich an alle Branchen der verarbeitenden Industrie, ist aber insbesondere im Maschinenbau zu Hause.

    „Wir vernehmen schon, dass die Sanktionen wohl eher dem politischen Kalkül geschuldet sind, nicht dem Willen der deutschen Wirtschaft – das ist ganz klar“, sagt Wilk. „Inzwischen ist aber auch die Erkenntnis gewachsen, dass nicht das richtige Mittel waren.“

    Sein Fazit: „Die deutsche Industrie ist gegen diese Sanktionen, das kann man glaube ich auch dick unterstreichen“.

    Russland sei einer der wichtigsten Exportmärkte für den Deutschen Maschinenbau gewesen, der nun im Zuge der Sanktionspolitik weggebrochen ist. Es gebe zwar noch die Möglichkeit,Produkte zu exportieren, aber auf breiter Front sei der Russlandmarkt für die deutsche Industrie zusammengebrochen.

    „Da gibt es auch nichts zu diskutieren, fügt er hinzu. „Russland war nicht der wichtigste Markt, das ist ganz klar, aber Russland war ein Markt der der deutschen Industrie auch viel Spaß bereitet hat, man konnte da schon gute Geschäfte tätigen.“      

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