22:01 26 Juni 2019
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    Flüchtlinge bekommen Essen in Brussel

    EU: Weniger Entwicklungshilfe wegen hoher Flüchtlingskosten

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Viele europäische Länder verwenden ihre Entwicklungshilfebudgets, um die Versorgung von Flüchtlingen im Inland zu finanzieren, wie die amerikanische Lobbyorganisation „One“ auf ihrer Homepage mitteilt. Deswegen gebe es nicht genügend Mittel, um die Fluchtursachen zu bekämpfen.

    Demnach ging in diesem Jahr beispielsweise der schwedische Beitrag für den Globalen Fond zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose zurück. Die Niederlande gaben dem One-Bericht zufolge über 20 Prozent Mittel aus den Entwicklungshilfebudgets für Flüchtlingshilfe im eigenen Land aus.

    Nach den Regeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) können Geberländer die Kosten für die Flüchtlingshilfe im eigenen Land innerhalb des ersten Jahres nach der Ankunft eines Flüchtlings als Entwicklungshilfe verbuchen. Die meisten Flüchtlinge leben aber noch immer in Entwicklungsländern, in denen es nicht genug finanzielle Unterstützung gebe.

    Europa erlebt gegenwärtig die größte Migrationskrise seit Ende des Zweiten Weltkrieges, ausgelöst vor allem durch mehrere bewaffnete Konflikte und die Wirtschaftsprobleme in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Laut Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex waren im Jahr 2015 mehr als 1,8 Millionen Migranten in der Europäischen Union eingetroffen.

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    Tags:
    Versorgung, Hilfe, Flüchtlingskrise, Migranten, OECD, Niederlande, Schweden, Europäische Union