02:50 22 Februar 2020
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    Russlands Embargo auf EU-Lebensmittel (2017) (9)
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    10.000 deutsche Milchbetriebe senken ab Oktober ihre Produktion. Die Absicht dahinter: Sie wollen die Nachfrage nach Milch auf dem Weltmarkt erhöhen und damit auch den Preis. Der ist auch spätestens seit dem Russland-Embargo im Keller.

    „Russland war unser wichtigster Drittland-Export-Markt“, sagt Frank Feuerriegel, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, im Gespräch mit Sputnik. Durch das Embargo sei dieser Markt von jetzt auf gleich weggefallen. Für die deutsche Milchwirtschaft ein schwerer Schlag. Denn nach dem eigenen innerdeutschen Binnenmarkt und der EU waren die russischen Verbraucher die drittgrößten Abnehmer von Molkereiprodukten wie Butter oder Käse. Im Übrigen nicht nur für deutsche, sondern auch für viele Milchproduzenten in anderen EU-Ländern.

    Natürlich hofft Feuerriegel im Sinne der deutschen Milchbauern für ein schnelles Ende der Sanktionen: „Wir drängen ja immer auf eine politische Lösung“, erklärt er. Aber Hoffnung, dass die Situation sich mit dem Ende des Embargos schnell wieder entspannt, hat er wenig: „Wir gehen nicht davon aus, dass deutsche Produkte in Russland sofort in der Menge nachgefragt werden, wie zuvor“, so der Milch-Manager. Zum einen hätte sich der russische Markt selber reguliert, zum anderen sei die Kaufkraft durch die Sanktionen zurückgegangen. Jetzt werde mit Hilfe eines 150-Millionen-Euro-Hilfspakets die Milchproduktion gesenkt. Für 2017 ist Feuerriegel zuversichtlich, dass der Milchpreis wieder steigt.

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