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16:18 19 August 2019
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    In einer Montagehalle von Daimler

    Mercedes will rund 300 Mio. Euro in Autowerk in Russland investieren

    © Foto: Daimler
    Wirtschaft
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    Die Investitionen in den Bau eines russischen Pkw-Werkes von Mercedes-Benz werden 20 Milliarden Rubel (ca. 290 Millionen Euro) betragen. Dies berichtet die Zeitung „Wedomosti“ unter Verweis auf eine Mitteilung des russischen Industrie- und Handelsministeriums.

    Das neue Werk soll voraussichtlich im Moskauer Gebiet gebaut werden und etwa 1000 Beschäftigte anstellen. Seine Kapazität werde 25.000 Pkws pro Jahr erreichen. Genau so viele Mercedes-Pkws seien in Russland in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 verkauft worden, wobei die Verkaufszahlen im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 13 Prozent gesunken waren.

    Wie der Gouverneur des Moskauer Gebietes, Andrej Worobjow, im Gespräch mit dem TV-Sender „Rossija 24“ sagte, beabsichtige der deutsche Konzern, in Russland vier bis fünf Modellreihen zu bauen und im Jahr 2019 mit der Produktion zu beginnen. Die übrigen Mercedes-Modelle werde Russland nach wie vor importieren. Wie „Wedomosti“ unter Bezugnahme auf einen Vertreter der Daimler AG schreibt, sind in Russland vor allem Modelle der C- und E-Klasse, GLS, GLA, GLE Und GLC beliebt. Insgesamt habe der Konzern im Jahr 2015 in Russland 41.614 Pkws der Marke Mercedes-Benz verkauft.

    Als formeller Partner von Mercedes werde das russische Automobilwerk KAMAZ auftreten, das mit Deutschland bereits in der Lkw-Produktion zusammenarbeitet. Dies erlaube es, sich auf die zwischen KAMAZ und der russischen Regierung bestehende Vereinbarung über die zollfreie Einfuhr von Bauteilen für die Pkw-Montage zu stützen. Die Organisation einer Automobilproduktion in Russland werde Mercedes zudem die Möglichkeit bieten, erneut an den Pkw-Lieferungen für Staatsbeamte teilzunehmen, da der Staat gegenwärtig nur Autos aus der eigenen Produktion als Dienstfahrzeuge kaufen dürfe.

    Ungeachtet des dargelegten Vorteils, den der Bau eines solchen PKW-Montagewerkes in Russland biete, betont man bei der Daimler AG selbst, dass man sich bezüglich der Kapitalanlagen noch nicht endgültig entschieden habe. Der Konzern befürchtet ein weiteres Sinken der Nachfrage am russischen Automobilmarkt, sodass sich die Investitionen nicht rentieren könnten. In früheren Meldungen hieß es, dass der Bau des Mercedes-Werkes nicht in Russland, sondern in Polen erwägt werde.

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    Tags:
    Mercedes, Kamaz, Russland