23:31 04 April 2020
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    Die Bundesländer wollen laut „Spiegel“ ab 2030 Diesel- und Benzinmotoren verbieten. Die CSU lehnt das ab. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnet ein komplettes Aus für Verbrennungsmotoren in diesem Zeitraum als vollkommen unrealistisch. Sputnik hat darüber mit dem Autoexperten Prof. Ferdinand Dudenhöffer gesprochen.

    Vor allem die Grünen drücken beim Verbot für Verbrennungsmotoren aufs Gas. Schon auf dem Bundesparteitag  im November wollen sie einen entsprechenden Antrag auf den Weg bringe. Die CSU tritt aber voll auf die Bremse: „Ich habe nicht die Absicht, die Axt an die Wurzel einer Schlüsselindustrie zu legen“, kommentierte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die Pläne. Auch Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer glaubt nicht, dass ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos über deutsche Straßen rollen: „Die Berliner Politik, die CDU und die SPD, die werden das blockieren, was schade ist.“

    Zum einen sei es für die Autoindustrie einfacher, weiter Verbrenner zu bauen, weil die Produktion ganz einfach darauf ausgelegt sei. Eine Umgestaltung werde sehr schwer sein. Zum anderen sei die Autopolitik eine sehr starke Lobbypolitik und damit Wählerpolitik. Man könne sich schwer vorstellen, dass der ADAC dem Verbrenner-Aus ab 2030 zustimmen werde. Und wenn der Allgemeine Deutsche Automolclub dagegen sei, dann seien es auch Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel dagegen.

    „Der ADAC ist wichtiger als Frau Merkel und Herr Gabriel“, erklärt Dudenhöffer. Mit dem Argument, der deutsche Autofahrer dürfe nicht benachteiligt sein, baue man nun einmal große Hürden bei der Industrialisierung auf, was schade sei.

    Denn für den Experten steht fest: Das „Autoland“ Deutschland hinkt in Sachen Elektromobilität bereits hinterher: „Sie können sicher sein, dass in China, dem größten Land der Welt, in dem die meisten Autos verkauft werden –– 2030 alle großen Städte rein elektrisch fahren werden. Dort werden die Standards bestimmt. Ob dann Deutschland elektrisch fährt oder nicht, interessiert dann eigentlich keinen mehr in der Welt.“ Deutschland werde den Anschluss verlieren, wenn es auf seiner Scholle bleibe. Dann werde die Autonation den technischen Fortschritt verpassen – mit verheerenden Auswirkungen, prognostiziert Dudenhöffer: „Das würde für die Autoindustrie bedeuten, dass die Fabrikationen dann dort sind, wo die Autos gebraucht werden: In China, den USA oder in anderen Ländern“, glaubt der Automobilexperte und er beendet diese Prognose düster: „Wir können sehr viel verlieren bei dem Spiel.“

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    SPD, CDU, Die Grünen, Sigmar Gabriel, Horst Seehofer, Angela Merkel, Deutschland