20:18 09 Dezember 2019
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    Schock für Kiew: EU erlaubt Gazprom verstärkte Gastransporte – um Ukraine herum

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    Wirtschaft
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    Der ukrainische Gasversorger Naftogaz hat schockiert darauf reagiert, dass die EU-Kommission dem russischen Gaskonzern Gazprom eine Steigerung der Gaslieferungen über die Pipeline OPAL – unter Umgehung der Ukraine – genehmigt hat. Wie Naftogaz-Chef Andrej Kobolew gegenüber Bloomberg sagte, soll diese Situation nun geregelt werden.

    „Das war für uns ein Schock“, so Kobolew. Diese Entscheidung „schadet nicht nur beträchtlich den finanziellen Positionen von Naftogaz, sondern auch dem ganzen Land“.

    Der ukrainische Gasversorger sei nun bereit, die Bedingungen einer Zusatzvereinbarung mit Gazprom zu erörtern. Allerdings hoffe man bei Naftogaz, dass die bisher angesammelten 14,5 Millionen Kubikmeter in den Gasspeichern der Ukraine ausreichend seien, um in der beginnenden Wintersaison den Inlandbedarf zu decken – unabhängig von den Verhandlungen mit Gazprom.

    „Das ist ein gutes Niveau, das uns darin bestärkt, dass wir unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen mit verschiedenen Seiten stets eine Quelle zur Erfüllung der Nachfrage in diesem Winter finden werden“, versicherte Kobolew.

    Am 28. Oktober hatte die EU-Kommission bekräftigt, dass sie Gazprom erlaubt habe, die Kapazitäten der OPAL-Pipeline, die die Nord Stream-Pipeline mit Mittel- und Westeuropas verbindet, in größerem Umfang zu nutzen. Ursprünglich durfte Gazprom nur 50 Prozent der OPAL-Kapazitäten nutzen und nicht mehr als 18 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in diese Pipeline pumpen. Laut der Entscheidung der EU-Kommission kann Gazprom nun an Auktionen zur Auslastung dieser Pipeline teilnehmen, was bedeutet, dass der Konzern für weitere 7,7 bis 10,2 Milliarden Kubikmeter Gas Zugang zur Pipeline bekommen wird. Das sind zusätzlich 21,4 bis 28,3 Prozent der Pipeline-Kapazitäten.

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    Tags:
    Nord Stream 2, Opal, Naftogaz, Gazprom, Andrej Kobolew, Russland, Ukraine