19:08 20 April 2019
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    Deutsche Schiffsbauer wollen mit den Betrieben auf der Krim arbeiten

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    Eine Delegation deutscher Schiffsbauer hat Anfang November die Krim besucht. Vertreter der Unternehmen Westfalia Separator Group GmbH, Innovations holding Technolog, Baltico und Stabenow and Partners haben Werften und Schiffsreparaturwerke in Kertsch, Feodossija und Sewastopol besucht und mit der Führung der Krim eine Zusammenarbeit vereinbart.

    Die russischen Schiffsbauer arbeiten seit langem mit Partnern aus Deutschland zusammen. So befasst sich die GEA Westfalia Separator Group GmbH — ein führender Hersteller von Maschinen und Technologien im Bereich der mechanischen Separationstechnik — aktiv mit einer Lokalisierung ihrer Produktion in Russland. Auf der Krim wollten sich die deutschen Unternehmer vor Ort umschauen, um zu sehen, wie sich die reale Situation von dem unterscheidet, wie sie in der europäischen Presse geschildert wird. Nun seien sie zur Erörterung und Unterzeichnung von Vereinbarungen zwischen den deutschen Unternehmen und den Betrieben auf der Krim bereit, wie das Mitglied des Direktorenrates der GEA Westfalia, Heinrich Wilhelm Weweler, bei der Pressekonferenz sagte.

    „Wir konnten feststellen, dass es hier eine gute Grundlage besteht, eben in der Zukunft sowohl Schiffe zu reparieren, als auch neue Schiffe zu bauen. Wir können klar bestätigen, dass die Grundlage da ist, mit einander Vereinbarungen und Verträge vorzubereiten und abzuschließen. Ein wichtiger Punkt ist, Erfahrung und Know-how auf der Krim zu unterstützen.“ 

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    Die deutsche Seite hat das technologische Niveau der Werften auf der Krim hoch eingeschätzt, insbesondere der Betriebe „Saliw“ und „Morje“. Umso mehr, wo diese Betriebe jetzt Aufträge haben und arbeiten – ganz im Unterschied zu den letzten Jahren, als die Krim zur Ukraine gehörte. Die deutschen Unternehmen wollen auf der Krim mehr als Lieferanten sein, wie Hans-Jürgen Voigt, Geschäftsleiter des Innovationsholdings Technolog, unterstrich.

    „Wir haben gesehen, dass das Land starke Betriebe hat, die in der Lage sind, Infrastrukturprogramm erledigen zu können. Wir können unsere Unterstützung, unsere Kompetenzen in Entwicklung und in den Lieferungen von modernsten Geräten einbringen. Wir haben eine Werft besucht, die über 300 Jahre alt ist. Sie hat die Tradition, die Erfahrung, die über Generation vererbt hat. Die älteste deutsche Werft ist 200 Jahre alt. Insofern sind wir gespannt, wir bitten den Minister um Unterstützung, um diese Entwicklung voranzubringen. Wir denken, dass wir mehr als nur die Lieferanten sein wollen, wir wollen Partner sein“.

    Delegation deutscher Schiffsbauer zu Besuch auf der Krim: Heinrich W. Weweler (Mitglied des Direktorenrates der GEA Westfalia, vorne 2.v.l.), Boris Kabakow (Vizeminister für Industriepolitik der Krim, 3.v.l.), Albrecht Delius (Chefkonstrukteur der Innovationsholding Technolog, hinten 1.v.r.)
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    Delegation deutscher Schiffsbauer zu Besuch auf der Krim: Heinrich W. Weweler (Mitglied des Direktorenrates der GEA Westfalia, vorne 2.v.l.), Boris Kabakow (Vizeminister für Industriepolitik der Krim, 3.v.l.), Albrecht Delius (Chefkonstrukteur der Innovationsholding Technolog, hinten 1.v.r.)

    Konkrete Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit der deutschen Unternehmen mit den Betrieben auf der Krim können bereits im kommenden Jahr 2017 unterzeichnet werden. Dies teilte im Interview mit Sputnik der stellvertretende Minister für Industriepolitik der Krim, Boris Kabakow, mit. Er verwies darauf, dass die ukrainische Seite äußerst schmerzhaft auf den Besuch von Vertretern des deutschen Business auf der Halbinsel reagiert habe.

    „Das Justizministerium der Ukraine hat eine Note an das Auswärtige Amt Deutschlands geschickt, ebenso an die Führung der GEA Westfalia, und darauf aufmerksam gemacht, dass ein Besuch deutscher Fachleute auf dem Territorium der Republik Krim ohne die Abstimmung mit den ukrainischen Behörden unzulässig sei. Doch da die Krim ein Subjekt der Russischen Föderation ist, meinen wir, dass die deutschen Kollegen keinerlei Genehmigungen einholen  müssen. Wir meinen, dass es nicht richtig sei, die Vertreter des deutschen Business als Wechselmünze in politischen Intrigen zu missbrauchen.“

    Wie der Minister betonte, ist das Verhältnis des deutschen Business seit 2014 zu den Sanktionen negativ, da sie die Entwicklung gerade des deutschen Business ernsthaft behindern. Was die Ausrüstung betrifft, um die es bei den Gesprächen auf der Krim ging, so fällt sie nicht unter die von der Europäischen Union auferlegten Einschränkungen.

    „Die geltende Gesetzgebung der Europäischen Union ist selbst unter den existierenden Sanktionsbedingungen kein Hindernis für unsere Zusammenarbeit. Die Sanktionen existieren in einzelnen Wirtschaftssektoren. Das, was wir auf der Krim zur  Zusammenarbeit hinsichtlich der Ausrüstung vereinbart haben, die die GEA Westfalia Separator herstellt, fällt nicht unter die von der EU verhängten Sanktionen.“

    Das ist nicht die erste Delegation aus Deutschland, die in diesem Herbst die Halbinsel Krim besucht hatte. Ende Oktober weilten dort Parlamentarier aus Hamburg und Osnabrück  sowie Vertreter des Business und der gesellschaftlicher Organisationen. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Vertretern der örtlichen Machtorgane standen vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Aufhebung der Sanktionen. Insgesamt haben seit Anfang dieses Jahres mehr als 100 ausländische Delegationen die Krim besucht.

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