01:13 27 Januar 2020
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    Der Dollar erstarkt vor dem Hintergrund des erwarteten Wirtschaftsnationalismus in den USA unter Donald Trump. Die „Deglobalisierung“ kann zu einem Defizit der Dollar-Liquidität in der Welt führen, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), wie das Portal RBC.ru am Montag schreibt.

    Der erstarkende Dollar stelle eine systembedrohende Gefahr für die Entwicklungsländer dar, die Dollar-Schulden in Höhe von 3,2 Billionen akkumuliert haben, aber auch für die internationalen Banken, die ihnen dieses Geld geliehen haben. Diese Schulden müssten zu einem höheren Währungskurs und offenbar auch zu höheren Zinssätzen refinanziert werden. Und sollten die Risiken des Nichtbegleichens dieser Schulden wachsen, so würden die Banken ihre Finanzierung einschränken, was zu einem Dollar-Mangel führen könnte, der bereits heranreife. Dies ist dem Bericht des Chefökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Hyong Song Shin, zu entnehmen, den er am 15. November in der London School of Economics vorgestellt hatte. „Wir sehen alle Merkmale eines Dollar-Defizits“, sagte Hyong Song Shin, dessen Worte die Zeitung „The Telegraph“ zitiert.

    Trumps Präsidentschaft, bei der die amerikanischen Großunternehmen hunderte Milliarden Dollar Gewinn aus dem Ausland repatriieren könnten, verstärke den Dollar-Mangel am Weltmarkt, schreibt RBC unter Berufung auf Analysten der Deutschen Bank. 

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    Trumps Machtantritt bedeutet  ihnen zufolge eine Überwindung des Höhepunkts der Globalisierung – eine Wende in der neoliberalen Weltordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden war. Die Trump-Regierung könnte die Rückführung von ein bis zwei Billionen der Unternehmensgewinne anregen, welche sich jetzt laut Schätzungen der Deutschen Bank zu vorteilhaften Steuermodalitäten außerhalb der USA befinden, so die Analysten der Bank.

    Mögliche Steuerferien für Großunternehmen oder sogar eine Reform des Steuergesetzbuches der USA könnten sich negativ auf die Dollar-Liquidität der europäischen Banken auswirken, wo mehr als 50 Prozent der ins Ausland gelenkten Gewinne  von US-Unternehmen reinvestiert worden seien.

    „Keiner wird an einem starken Dollar verdienen“, warnt laut RBC der Finanztheoretiker und Finanzwissenschaftler Hyong Song Shin.

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    Dollar, Donald Trump, USA