04:19 16 Dezember 2019
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    Sanktionen gegen Russland

    Westliche Investitionen kehren nach Russland zurück

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    Die westlichen Großunternehmen erweitern ihre Präsenz auf dem russischen Markt und rechnen mit einem Aufschwung der russischen Wirtschaft in den kommenden Monaten, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

    „Jetzt ist der Moment gekommen, um zu investieren. Ich glaube fest an das große Potenzial des russischen Marktes auf lange Sicht", sagte der Russland-Chef von Ikea, Walter Kadnar. Laut Bloomberg will das schwedische Unternehmen in den kommenden fünf Jahren etwa 1,6 Milliarden US-Dollar in den Aufbau neuer Niederlassungen in Russland investieren. In diesem Herbst habe Ikea 60 Millionen US-Dollar in den Bau einer Möbelfabrik in der Nähe von Sankt Petersburg angelegt.

    Der Anstieg der Russland-Investitionen bei Ikea sei kein Einzelfall: So wolle beispielsweise die französische Baumarktkette Leroy Merlin die Anzahl ihrer Filialen in Russland in etwa fünf Jahren verdoppeln und stelle zwei Milliarden US-Dollar dafür bereit. Der Pharmakonzern Pfizer baue gegenwärtig eine neue Medikamentenfabrik.

    Das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen in Russland sei im laufenden Jahr überraschend deutlich angestiegen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sei der Umfang der ausländischen Direktinvestitionen in Russland auf 8,3 Milliarden US-Dollar gestiegen, wobei sie im gesamten vergangenen Jahr lediglich 5,9 Milliarden US-Dollar ausgemacht hätten.

    Vor diesem Hintergrund werden Stimmen in der westlichen, darunter auch deutschen, Business-Elite immer lauter, die zur Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aufrufen. Der „Sueddeutschen Zeitung" zufolge befürchten deutsche Firmen, dass ihre Konkurrenten, beispielsweise aus China, sie überholen können.

    Erstmals seit der Verhängung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben die deutschen Exporte nach Russland zugenommen, so die Zeitung. Im dritten Quartal seien diese um 3,9 Prozent im Vergleich zu derselben Zeitperiode im Vorjahr gewachsen. Zuvor seien die Ausfuhren nach Russland seit Frühjahr 2014 ständig zurückgegangen, was zuerst auf die Wirtschaftskrise in Russland und dann auf die westlichen Sanktionen zurückzuführen gewesen sei.

    Moskau
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    Offenbar zeugen die Wirtschaftswerte davon, dass die russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sich allen Einschränkungen zum Trotz allmählich wiederherstellen.

    "Die aktuellen Zahlen lassen hoffen, dass der deutsch-russische Handel nach zwei verlustreichen Jahren die Talsohle durchschritten hat", sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Michael Harms. "Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, könnte für das Gesamtjahr 2016 noch ein leichtes Exportplus erreichbar sein".

    Zuvor hatte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Wolfgang Büchele, in seinem Gastbeitrag für das „Handelsblatt" erwähnt, dass die Russland-Sanktionen Deutschland 60.000 Arbeitsplätze gekostet haben. Im Rahmen der EU könne die Rede von mehreren Milliarden unnötigen Verlusten sein. Außerdem wirke sich die verschlechterte Wirtschaftslage in Russland negativ auf die ukrainische Wirtschaft aus, was die Sanktionen gegen Russland sinnlos mache, so Büchele.

     

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