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    Opec-Vorstoß Trumpf für Russland, aber kein Grund für Euphorie: „Öl ist kein Essen“

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    Die Absicht der Opec, ihre Förderquoten zu senken, schürt optimistische Prognosen für die russische Wirtschaft. Analysten warnen aber auch vor Euphorie, denn neben der Opec gebe es genug schwerwiegende Faktoren, die den Ölpreis beeinflussen.

    „Die Reduzierung der Ölförderung soll Investoren und Käufern ein Signal senden, dass die Zeit niedriger Preise für Kohlenwasserstoffe vorbei ist. Wir prognostizieren, dass sich der gewogene Durchschnittspreis für Brent-Öl im ersten Halbjahr 2017 auf 55 US-Dollar pro Barrel belaufen wird. Dies soll im selben Zeitraum eine Aufwertung der russischen Nationalwährung auf 62 Rubel pro Dollar zur Folge haben“, sagte Andrej Dirgin, Chef-Analyst von Alfa-Forex, der Onlinezeitung vz.ru.

    Die Opec-Mitgliedsländer hatten sich soeben bei ihrem Treffen in Wien darauf geeinigt, ihre tägliche Ölförderung um 1,2 Millionen Barrel auf 32,5 Millionen Barrel zu senken. Die Maßnahme soll ab 1. Januar für sechs Monate gelten. Ausnahmen sind dabei Libyen und Nigeria, aber auch der Iran, der derzeit versucht, den Rückschlag wegen der Sanktionen zu überwinden. 

    Dirgin prognostizierte weiter: „Die steigenden Ölpreise sowie ein langsameres Wachstum der Verbraucherpreise sollen als zentrale Faktoren zur Rubel-Aufwertung beitragen. Daraus soll wiederum eine schnellere Erholung der russischen Wirtschaft nach der Krise resultieren.“

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    © REUTERS/ Leonhard Foeger
    Anna Kokorewa, stellvertretende Chef-Analystin von Alpari, kommentierte für vz.ru: „Ein starker Rubel wird die Probleme mit dem Staatshaushalt nicht lösen. Dessen Einnahmen werden zwar dank der höheren Rohstoffpreise zunehmen, es ist jedoch fraglich, ob diese Zunahme das Etatdefizit völlig abdecken kann. Am ehesten nicht. Jedenfalls sollte man angesichts der Opec-Entscheidung nicht euphorisch werden. Um eine Stabilität zu erreichen, müssen die Vereinbarungen eingehalten werden. Außerdem könnten US-amerikanische Schieferöl-Unternehmen im Hinblick auf die steigenden Ölpreise aktiver werden.“

    Michail Chanow, geschäftsführender Direktor von Nord Capital, erwartet keinen drastischen Anstieg der Ölpreise: „Ich denke, sie bleiben für eine sehr lange Zeit im Korridor zwischen 42 und 52 Dollar pro Barrel. Ein Preis von 55 bis 60 Dollar wird nur zu gewissen Zeitpunkten kurz zu beobachten sein.“

    Nach Ansicht von Chanow reicht die jetzt beschlossene Reduzierung der Opec-Förderquoten nicht aus, um eine größere Öl-Verteuerung zu bewirken. Er stimmt auch dem Standpunkt zu, dass Schieferöl den Preisanstieg bremsen könnte. Außerdem betont Chanow, dass hohe Ölpreise ein Wachstum der Weltwirtschaft voraussetzen: „Denn Erdöl ist keine Kleidung und kein Essen, es ist ein Treibstoff für die Wirtschaft. Wer wird Öl kaufen, falls China und weitere asiatische Schwellenländer stagnieren?“

    Am 14. Dezember soll eine Tagung der US-Notenbank Fed stattfinden, die laut Prognosen ihren Leitzins erhöhen will. Dies bedeute einen stärkeren US-Dollar und dementsprechend einen niedrigeren Ölpreis, denn dieser wird eben in Dollar berechnet.

    Chanow geht davon aus, dass sich die Situation für Russland nicht besonders ändern wird: „Wir haben ein Jahr lang mit einem Ölpreis von rund 45 Dollar im Jahresdurchschnitt gelebt. So werden wir auch weiter leben. Die aktuelle Opec-Tagung ist eher ein spekulatives PR-Ereignis für Spekulanten am Markt. Die Bedeutung dieses Ereignisses sollte nicht übertrieben werden, denn alle, darunter auch Russland, sind jetzt in Sachen Fördermengen auf dem Höhepunkt. Eine wichtige Frage am Absatzmarkt ist, wohin wir Öl liefern sollen. Ein 45-Dollar-Preis wäre uns auch recht, doch etwas höher wäre besser, wie unser Präsident sagte.“

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