02:17 26 Juni 2017
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    Wie Putin bei Reuters zum OPEC-Helden wurde

    © AFP 2017/ Ryad Kramdi
    Wirtschaft
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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung eines Kompromisses zur jüngst beschlossenen historischen Begrenzung der Ölfördermenge gespielt, wie Reuters unter Berufung auf eigene Quellen aus der Organisation berichtet.

    Putin war demnach als Vermittler zwischen den OPEC-Rivalen Saudi-Arabien und Iran aufgetreten, die sich seit langem nicht auf eine einheitliche Politik bezüglich der Erdölpreise einigen konnten. Russlands erfolgreiche Vermittlung zeugt Reuters zufolge von Moskaus erstarkter Autorität im Nahen Osten.

    Der russische Präsident habe das geplante Abkommen schon im September am Rande des G20-Gipfels in China mit dem saudischen Prinzen Mohammed besprochen. Auch im September haben die OPEC-Staaten bei einem inoffiziellen Treffen in Algerien eine Förderkürzung beschlossen. Um konkrete Obergrenzen für ein jedes Land zu bestimmen, waren allerding noch zusätzliche diplomatische Bemühungen notwendig, so der Reuters-Bericht weiter.

    Zum Stolperstein wurden traditionelle Spannungen zwischen Riad und Teheran. Letzteres hatte gefordert, per Quote zu erlauben, das Produktionsvolumen auf die Höhe zu bringen, die das Land vor Einführung der westlichen Sanktionen erreichte. Darüber hinaus standen auch die Rolle beider Staaten im Konflikt im Jemen und der sunnitisch-schiitische Widerstand dem Verhandlungserfolg deutlich im Wege.

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    © REUTERS/ Leonhard Foeger
    Am Vorabend des OPEC-Treffens hatte es der Agentur zufolge noch keine Anzeichen für eine Änderung der Lage gegeben. Aber  Putins Vermittlung – vor allem sein Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani - habe zu einem Kompromiss verholfen. Ausgerechnet danach konnten Rouhani und Ölminister Bidschan Sangane eine Erlaubnis des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Khamenei, zu einigen Zugeständnissen bekommen, berichtet Reuters unter Verweis auf eine Khamenei nahe stehende Quelle.

    Die OPEC-Länder hatten am Mittwoch in Wien die Kürzung der Ölförderung um 1,2 auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag vereinbart. Die Erdölpreise waren nach Bekanntmachung des ab Januar 2017 gültigen Abkommens im Durchschnitt um 9-9,5 Prozent gestiegen.

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    Tags:
    Erdölförderquoten, Erdöl, OPEC, Hassan Rohani, Wladimir Putin, Iran, Saudi-Arabien, Russland