13:31 05 Dezember 2016
Radio
    OPEC. (File)

    Wie Putin bei Reuters zum OPEC-Helden wurde

    © AFP 2016/ Ryad Kramdi
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    440961127

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung eines Kompromisses zur jüngst beschlossenen historischen Begrenzung der Ölfördermenge gespielt, wie Reuters unter Berufung auf eigene Quellen aus der Organisation berichtet.

    Putin war demnach als Vermittler zwischen den OPEC-Rivalen Saudi-Arabien und Iran aufgetreten, die sich seit langem nicht auf eine einheitliche Politik bezüglich der Erdölpreise einigen konnten. Russlands erfolgreiche Vermittlung zeugt Reuters zufolge von Moskaus erstarkter Autorität im Nahen Osten.

    Der russische Präsident habe das geplante Abkommen schon im September am Rande des G20-Gipfels in China mit dem saudischen Prinzen Mohammed besprochen. Auch im September haben die OPEC-Staaten bei einem inoffiziellen Treffen in Algerien eine Förderkürzung beschlossen. Um konkrete Obergrenzen für ein jedes Land zu bestimmen, waren allerding noch zusätzliche diplomatische Bemühungen notwendig, so der Reuters-Bericht weiter.

    Zum Stolperstein wurden traditionelle Spannungen zwischen Riad und Teheran. Letzteres hatte gefordert, per Quote zu erlauben, das Produktionsvolumen auf die Höhe zu bringen, die das Land vor Einführung der westlichen Sanktionen erreichte. Darüber hinaus standen auch die Rolle beider Staaten im Konflikt im Jemen und der sunnitisch-schiitische Widerstand dem Verhandlungserfolg deutlich im Wege.

    OPEC
    © REUTERS/ Leonhard Foeger
    Am Vorabend des OPEC-Treffens hatte es der Agentur zufolge noch keine Anzeichen für eine Änderung der Lage gegeben. Aber  Putins Vermittlung – vor allem sein Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani - habe zu einem Kompromiss verholfen. Ausgerechnet danach konnten Rouhani und Ölminister Bidschan Sangane eine Erlaubnis des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Khamenei, zu einigen Zugeständnissen bekommen, berichtet Reuters unter Verweis auf eine Khamenei nahe stehende Quelle.

    Die OPEC-Länder hatten am Mittwoch in Wien die Kürzung der Ölförderung um 1,2 auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag vereinbart. Die Erdölpreise waren nach Bekanntmachung des ab Januar 2017 gültigen Abkommens im Durchschnitt um 9-9,5 Prozent gestiegen.

    Zum Thema:

    OPEC-Staaten erzielen Einigung zu Begrenzung der Ölfördermenge
    Alle warten auf Entscheidung fürs Pumpen: Wichtigstes OPEC-Treffen seit 1973
    Putin bietet Opec Deckelung der Ölproduktion an
    Tags:
    Erdölförderquoten, Erdöl, OPEC, Hassan Rohani, Wladimir Putin, Iran, Saudi-Arabien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Alle Kommentare

    • Thomas
      Canada freut sich über den Ölpreisanstieg und baut drei Pipelines durch die Indianerreservate.
      Die planen ihre Ölförderung aus Ölsand zu verdreifachen.
      Die Opec ist nicht alles. Erstmal ein Tropfen auf den heißen Stein z.B. in Venezuela oder Nigeria zur leichten Abkühlung.
      In Libyen pumpt die USA, Frankreich und UK aus den geklauten Ölquellen. Zum Preis- und Gewinnanstieg führte auch der Krieg im Irak und jetzt in Syrien.

      Es gibt Alternativen Kriege, welche immer ökonomische Interessen im Hintergrund haben, zu vermeiden. Hyperreichtum mit Macht und politischer Macht in die allgemeine Verpflichtung nehmend begrenzen. Dann sieht es möglich auch im Konsumtionsbereich auf den Märkten viel freundlicher nach Wirtschaft und weniger nach Krieg aus.
      Regeln durch Politik wie Einkommens und Sozialpolitik, ist ein wichtiger Schritt um einen interessanten Wirtschaftsmarkt zu haben.
      Die Sanktionen ermöglichten so russischen Unternehmern sich zu gründen und die Nieschen selbst zur ökonomischen Tätigkeit zu nutzen, wobei die EU- Staaten viele Milliarden Einbußen machten, was aber auf die Allgemeinheit umgelegt wird.
    • Humboldt
      Vladimir Putins Autorität steht außer Frage – aber die benötigt der russische Präsident nicht. Ich würde es weniger Autorität sondern vielmehr Kompetenz und Glaubwürdigkeit bezeichnen, was ihn auszeichnet.
    • viele menschen
      wie wäre es noch mit einer "Co² Quellensteuer"
      Warum sollen die Steuern für den Verbrauch und Umweltbelastung – nur – in den Verbrauchsländern abgeschöpft werden?
    neue Kommentare anzeigen (0)

    Top-Themen

    • SU-33 an Bord des Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“

      Ein russisches Kampfflugzeug Su-33 ist bei der Landung auf dem Flugzeugträger „Admiral Kuznezow“ vom Deck ins Wasser abgerutscht. Der Pilot rettete sich per Schleudersitz, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.

      175335
    • Terror auf dem Rückzug: Syrische Armee kontrolliert halb Aleppo

      Die syrische Regierungsarmee hat bereits 30 Stadtviertel in Ost-Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht – das entspricht über 52 Prozent der Gesamtfläche der Stadt. Dies teilte am Sonntag das russische Verteidigungsministerium mit.

      31587
    • Präsidentenwahl in Österreich

      Am Sonntag wurde in Österreich die Präsidenten-Stichwahl wiederholt. Laut Hochrechnungen hat der frühere Parteichef der Grünen, Alexander Van der Bellen (72), die Wahl gewonnen. Sputnik hat das Wichtigste in einem Ticker-Protokoll zusammengefasst.

      7623069
    • Pentagon

      Das Pentagon will die US-Strategie zur Bekämpfung des Islamischen Staates (IS, auch Daesh) im Auftrag des designierten Präsidenten Donald Trump revidieren, wie Joe Dunford, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, beim Reagan-Verteidigungsforum mitteilte.

      76807
    • Gegner der Verfassungsreform demonstrieren in Rom

      Die Gegner einer Verfassungsreform in Italien haben mit einer Mehrheit von 59,11 Prozent bei dem von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi initiierten Referendum vom Sonntag gewonnen, wie das Innenministerium des Landes meldet.

      51026
    • Herbert Kickl

      Trotz der Niederlage Norbert Hofers bei der österreichischen Präsidentschaftswahl zeigt sich sein Wahlkampfmanager Herbert Kickl optimistisch. Ungeachtet der „Anfeindungen“ im Wahlkampf habe Hofer das Vorurteil, dass die Freiheitliche Partei nur aus "HC Strache" bestehe, widerlegt, sagte der FPÖ-Generalsekretär im Sputnik-Gespräch.

      125347