08:49 20 Januar 2017
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    Sind Trumps Wirtschaftspläne trotz US-Überschuldung machbar? Diskussion in Moskau

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    Wirtschaft
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    US-Präsident Donald Trump (2017) (80)
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    Die gegenwärtige Überschuldung der USA lässt aus der Sicht des Wirtschaftsexperten Michail Chasin das Versprechen des designierten Präsidenten Donald Trump, die nationale Wirtschaft anzukurbeln, kaum verwirklichen. Aber er nennt auch einen Ausweg.

    „Bei einem Null-Prozent-Kredit wird das Kapital nicht reproduziert. Man müsste den Zinssatz anheben“, erläuterte Chasin auf einer Veranstaltung des Sinowjew-Klubs in Moskau. „Wegen der immensen Verschuldung des Landes kann man das aber nicht machen. Deshalb sollte man Körperschaften und Haushalte lieber ein Insolvenzverfahren passieren lassen und  ihnen die Schulden erlassen.“

    Wo ist eigentlich das Problem?

    Das Problem der weltweiten Wirtschaftskrise sei eigentlich eines der Nachfrage, die „durch emittiertes Geld gefördert wurde“, sagt der Präsident der Consultingfirma Neokon. In den bisherigen Äußerungen Trumps sieht er eine einfache wirtschaftliche Logik: Man hebt den Zinssatz und bewirkt dadurch eine massive Insolvenz. „Bei der Erhöhung des Zinssatzes stürzen aber auch übernationale Finanzinstitute ein, sie verschwinden und der Dollar hört auf, ein Anlageinstrument zu sein“, so Chasin. „Da bleibt die Einführung regionaler Investitions- und Emissionswährungen die einzige Ersatzmöglichkeit für alle Länder der Welt, da die Monetisierung bei allen regionalen Währungen äußerst gering ist, und der Dollar immer an ihrer Stelle Anwendung findet.“

    Chasin warnt weiter vor einem Zerfall der Welt in Währungszonen. Trump sehe darum sowohl in Russlands Präsidenten Wladimir Putin als auch in dem chinesischen Staatschef Xi Jinping oder auch anderen potentiellen regionalen Führungskräften einfach nur „Partner zur Herstellung der Ordnung“. „Wenn Russland in dieser Situation dieser Logik entspricht, gelingt uns eine Einigung mit Trump. Wenn nicht, dann eben nicht“, betont Chasin.

    Dollaremission als Grundstein der US-Wirtschaft

    Der Kern der Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft liege, so der Wirtschaftswissenschaftler darin, dass „diese seit Beginn der ‚Reaganomics‘ 1980 über die Dollaremission erfolgte und mit einem Schuldenanstieg einherging. Das gesamte Wachstum der Weltwirtschaft ist stets nur eine Umverteilung der amerikanischen Emission. Dieser Prozess wird von IWF, WTO und anderen Bretton-Woods-Institutionen kontrolliert. Jede Emission, deren Legalisierung auf dem Anwachsen der immer wieder refinanzierten Schuld basiert, kann nur fortbestehen, wenn der effektive Zinssatz sinkt.“

    Chasin erläutert das so: „1980 betrug der Zinssatz der Bank der Federal Reserve 19 Prozent, im Dezember 2008 fiel er auf null. Die Durchschnittsverschuldung eines amerikanischen Haushalts hatte sich zwischenzeitlich einmal sogar mehr als verdoppelt, von 60 auf 130 Prozent des Jahreseinkommens. Jetzt ist sie auf 120 Prozent zurückgegangen, was trotzdem extrem hoch ist. Und diese Schuld lässt sich bei erhöhten Zinsen überhaupt nicht mehr begleichen.“

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    Der Zinssatz dürfe also nicht angehoben werden, wenn man das ganze System nicht zerstören wolle, schlussfolgert der Experte.

    Der Rektor der Moskauer Handelshochschule, Sergei Baburin, gab diesbezüglich zu bedenken, dass die Lösung innerer Probleme Amerikas durchaus auch einen Krieg nach außen bedeuten könne. „Schon unter Obama hat es Versuche gegeben, die Lösung der eigenen Probleme anderen aufzubürden. Nun ist also wieder eine Ausdehnung der von den USA geführten Kriege möglich.“

    Beim Alexander-Sinowjew-Klub der Nachrichtenagentur „Rossiya segodnya“, der zu Ehren des bedeutendsten postsowjetischen Marxisten, Kritikers des globalen Kapitalismus und zu Sowjetzeiten bekannten Dissidenten gegründet wurde, handelt es sich um eine Plattform für Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Politologen und Experten anderer Fachgebiete mit unterschiedlichen politischen Ansichten, die zusammenkommen, um aktuelle Gegenwartsprobleme zu erörtern.

    Von der jüngsten Sitzung des Klubs berichtete Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin.

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    Sinowjew-Klub, Donald Trump, USA
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    Alle Kommentare

    • Hagbard Celine
      Trumps Pläne zielen auf eine Haushaltskonsolidierung und eine Stabilisierung der US Kapitalbasis durch eine Reform des Steuerwesens. Reiche werden in Zukunft Steuern zahlen, Importe besteuert und Exporte subventioniert werden. Das Handelsbilanzdefizit soll abgestellt , bzw. Überschüsse erwirtschaftet werden. Natürlich wird das positive Auswirkungen auf die US Volkswirtschaft haben.
    • rex2zwei
      Die Herrscherkaste wird es nie eingestehen, dass das Problem der Wirtschaft sie selber sind. Wäre Geld ihr Problem, dann hätten sie es schon gelöst.
      Überhaupt empfinden diese Kaste die Situation nur deshalb als Problem, da ihre Macht auf der internationalen Bühne schwindet.
    • Ritterkreuzträger
      Möglich wäre es, doch dazu muss Trump die FED verstaatlichen, die Wall Street schließen, die NATO abschaffen, seine Truppen weltweit abziehen, die Besatzung in Deutschland beenden und den Weg frei machen für Friedensverträge. Da das aber alles nicht passieren wird, bleibt es beim Obama 2.0. Auch Obama hatte viel vor, hat aber von vielen Versprechungen kein Wort gehalten. Guantanamo Bay und die Kriegsspiele im Nahen und Mittleren Osten laufen immer noch. Wofür hat dieser Mann überhaupt einen Friedennobelpreis erhalten?
    • MikkyAntwort anRitterkreuzträger(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ritterkreuzträger,
      vielleicht weil es ihm bisher nicht gelungen ist einen heissen Krieg gegen Russland zu beginnen.......
    • At_Tiffany
      Wenn Trump nur mal die Ausgaben für "Militärisches" zuammenstreicht und als Steuersenkungen weitergibt, wird der private Konsum anspringen und eine Aufwärtspirale verursachen. Dazu die Repatriierung der Industrie, dass das, was an industriellen Gütern in den USA verbraucht wird, auch wieder wertmässig in den USA hergestellt wird.

      Trump selber hat sein Geld mit Bauten und Grundstücken gemacht, nicht mit Produktion in Billiglohnländern, also hat der auch keine Hemmungen dieses Geschäftsmodell zu unterbinden und in 4 Jahren, wenn er sich der Wiederwahl stellen muss, ist die einzige Frage für Millionen, ob die industrielle Beschäftigungslage besser geworden ist. Vollkommen egal, was die Massenmedien sagen, wenn von den heute arbeitslosen Industriearbeitern wieder jeder zweite eine Beschäftigung hat, wird der Rest Hoffnung haben und Ihn wählen.
    • RitterkreuzträgerAntwort anMikky(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Mikky, einen heißen Krieg zweier alliierter Partner wird es auch nicht geben. Es könnte maximal zu einem regionalen Schlagabtausch kommen. Das wäre in Europa wenn es um Deutschland geht sehr realistisch. Dazu existieren sogar noch Verträge, die beide Seiten vertraglich verplichtet, ihre Atomwaffen über Deutschland einzusetzten. Doch wenn es dazu erstmal kommt, geht der Wahnsinn weiter und wird die ganze Welt in Trümmer legen. Jeder vernünftige General weiss, das ein Atomkrieg reiner Selbstmord ist.
    • K.A.S.Antwort anHagbard Celine(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hagbard Celine, klingt gut.
      Das wäre den Amerikanern auch gegönnt, wenn er sich endlich von Völkerrechtsverbrechen und Ausdehnung von einjährigem Saatgut der Monsanto-Gift-Pflanzen trennt.
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