SNA Radio
    Erdgaskompressorstation in der Ukraine

    Gasstreit: Bei Niederlage vor Gericht müsste Naftogaz Gazprom ruinöse Strafe zahlen

    © Sputnik / Михаил Маркив
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    3783

    Der staatliche ukrainische Gasversorger Naftogaz Ukrainy wird in dem Fall, dass er gegen die Gazprom-Klage beim Stockholmer Schiedsgericht verlieren sollte, genötigt sein, 38 Milliarden Dollar zu zahlen, wie der Chef des ukrainischen Unternehmens, Andrej Kobolew, dem TV-Sender „24“sagte. Ihm zufolge ist diese Summe für Naftogaz nicht zu bewältigen.

    Er konkretisierte, dass dies eintreten werde, wenn das Unternehmen die erste Klage zum Vertrag über die Gaslieferungen verlieren würde, sollte Gazprom beweisen, dass Naftogaz nach der Bestimmung „nimm und zahle“ diese Summe kompensieren müsse.

    Wie Kobolew ergänzte, verfügt Nafogaz für diesen Fall über einen „Plan B“, allerdings weigerte er sich, Details zu nennen.

    Sollte Naftogaz bezüglich der zweiten Klage, die den Gastransitvertrag betrifft, eine Niederlage einstecken müssen, so würde das kein großer Schaden sein, da die Gazprom-Forderungen „einen Status quo bekommen“, so der Naftogaz-Chef.

    Dabei bekundete Kobolew die Hoffnung, dass das Urteil in Stockholm zugunsten der ukrainischen Seite ausfallen werde, denn die Ukraine habe vor Gericht eine „recht effektive Position“ vertreten.

    Wie der Naftogaz-Chef ebenfalls anmerkte, wäre es für die Ukraine vorteilhafter, ihr Gastransportsystem zu verkaufen, obwohl er Zweifel an der Umsetzbarkeit dieser Idee äußerte. „Objektiv bezweifeln wir, dass angesichts der Risiken der Pipelines ‚Nord Stream‘ und ‚Turkish Stream‘ sowie der Risiken der Gazprom-Beziehungen zum gegebenen Zeitpunkt ein rationeller Käufer bereit sein wird, die Summe zu akzeptieren, auf die wir unser System schätzen. Es handelt sich um fast 30 Milliarden Dollar“, sagte Kobolew.

    Am 16. Juni 2014 hatte Gazprom den ukrainischen Gasversorger Naftogaz vor dem Schiedsgericht der Handelskammer Stockholm zur Zahlung der offen stehenden Schulden für geliefertes Erdgas und der anstehenden Zinsen dafür verklagt. Am selben Tag hatte sich die Ukraine mit der Klage gegen Gazprom an das Stockholmer Schiedsgericht gewandt, im Nachhinein den Erdgaspreis zu ändern und alle seit dem 20. Mai 2011 getätigten Überbezahlungen  — insgesamt nicht weniger als  sechs Milliarden Dollar — zurückzuerstatten. Das ukrainische Unternehmen forderte  außerdem, jene Vertragsbestimmung aufzuheben, welche den Verkauf des ihm gelieferten Erdgases ins Ausland untersagt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Warum kauft Kiew viel teureres Gas aus Europa?
    Ukraine: Gas-Import im Juli um das 20-Fache gestiegen
    Klitschko: Kiewern droht Winter ohne Heizung
    Vorräte alle? Gazprom könnte Ukraine retten
    Tags:
    Türkischer Strom, Nord Stream, Gazprom, Naftogaz, Ukraine, Russland