18:51 05 Dezember 2019
SNA Radio
    Gasgewinnung (Symbolbild)

    Schwedischer Rentenfonds droht Gazprom – mit Umweltschutz

    © REUTERS / Sergei Karpukhin
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    3443
    Abonnieren

    Der staatliche Rentenfonds AP7 aus Schweden hat angekündigt, sechs Energiekonzerne aus dem Portfolio zu nehmen, sollten diese das Pariser Klimaschutzabkommen weiterhin nur halbherzig umsetzen, wie die schwedische Wirtschaftszeitung „Dagens industri“ berichtet. Auch dem russischen Gasriesen Gazprom droht der Ausschluss.

    Der Staatsfond werde die Konzernchefs kontaktieren und darüber informieren, dass ihre Tätigkeit das Klimaschutzabkommen verletze, sagte Richard Gröttheim, Hauptgeschäftsführer von AP7, laut der Zeitung.

    Die Botschaft richtet sich neben Russlands Gazprom und der kanadischen Transcanada auch an die US-Konzerne Entergy, Southern Company, Westar Energy, sowie Exxon mobil, dessen Präsident Rex Tillerson vom designierten US-Präsidenten Donald Trump jüngst zum Außenminister erkoren wurde.

    Die Compliance-Regeln des Rentenfonds erforderten einen verantwortungsvollen Umgang mit Klimaschutzabkommen und Umweltrisiken. Deshalb habe der Vermögensverwalter beschlossen, die Konzerne zu warnen. Die Energieriesen hätten nun sechs Monate Zeit, um die Grundsätze ihrer Arbeit zu korrigieren. Würden Korrekturen ausbleiben, drohe den Unternehmen ein Ausschluss aus dem Portfolio. 

    Der Umweltschutz sei für die Energiekonzerne nichts Neues. Der Rentenversicherer stehe mit ihnen seit geraumer Zeit im Dialog, sagte Gröttheim. Aber: „Dies ist der letzte Versuch, größere Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken“, so der Fondschef.

    Zuvor hatte der schwedische Fonds seine Liste jener Unternehmen ausgeweitet, die von einem Investment ausgeschlossen würden, berichtete das Wirtschaftsblatt. Dazu zähle unter anderem die chinesische Avichina, die entgegen europäischer Sanktionen Waffen an Myanmar liefere. Außerdem auf der Liste: Die brasilianische Cemig wegen Menschenrechtsverletzungen beim Bau eines Staudamms, die spansiche Repsol und die südkoreanische SK Innovations wegen Menschenrechtsverletzungen bei einem Gasförderprojekt in Peru.

    Der staatliche Rentenfonds AP7 ist 2010 gegründet worden. Der Staatsfonds verfügte zu Ende November über ein Kapital von 303 Milliarden Kronen, umgerechnet etwa 30 Milliarden Euro. Rund 20 Prozent davon investiert der Rentenversicherer in Finanzprodukte und Immobilien, gefolgt von IT. Im April dieses Jahres betrug der Anteil von Energiekonzernen am Fondsportfolio 5,8 Prozent. AP7 hält 0,07 Prozent der Gazprom-Aktien.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Gaspipeline „Kraft Sibiriens“: Gazprom reduziert Ausgaben um 229 Millionen Euro
    Gazprom darf sich freuen: EU setzt auf Opal-Pipeline
    EU lässt Gazprom doch an deutsche Pipeline
    Gazprom und EDF erörtern neue Routen der Gasversorgung Europas
    Putin: Keine Verkaufspläne für Gazprom
    Tags:
    Gazprom, Richard Gröttheim, Donald Trump, Schweden, Russland