SNA Radio
    FIA WTCC

    Chancen und Risiken für Rosneft: Experten zu Expansions-Prognose

    © Sputnik / Alexei Kudenko
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    5333
    Abonnieren

    Nachdem Analysten des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie dem russischen Energiekonzern Rosneft eine Expansion im kommenden Jahr prophezeit haben, gehen russische Experten ins Detail.

    Wie die russische Zeitschrift „Profil“ in ihrer Onlineausgabe berichtet, findet die Rohstoffförderung von Rosneft derzeit praktisch komplett in Russland statt – doch im laufenden Jahr hat der Konzern nach Angaben der Agentur Bloomberg ausländische Assets im Gesamtwert von acht Milliarden US-Dollar gekauft.

    Der russische Ölmarkt-Analyst Walerij Nesterow sagte dem Magazin, es gehe eher nicht um Investitionen in neue Projekte, sondern darum, die Rentabilität der bisherigen Investitionen anzukurbeln – etwa in Lateinamerika, am ägyptischen Gasfeld Zohr, in Südostasien und in Indien: „Nicht zu vergessen sind auch die Projekte im Europäischen Nordmeer und in Mosambik (gemeinsam mit Exxon Mobil). Möglicherweise gelingt es auch, einen neuen Deal zu schließen, und zwar mit Indonesien.“

    Experten von Wood Mackenzie hatten kurz zuvor eine substantielle Rosneft-Expansion im kommenden Jahr prognostiziert. Sie sehen aufgrund der „Russland-freundlichen“ Rhetorik des designierten US-Präsidenten Donald Trump sowie um dessen Entscheidung, den Chef von Exxon Mobil, Rex Tillerson, zum US-Außenminister zu machen, günstige Voraussetzungen dafür. Dieser ist übrigens Träger des russischen Ordens der Freundschaft.

    Als Vorzeichen für künftige Erfolge des russischen Konzerns betrachten die Analysten von Wood Mackenzie den jüngsten Milliarden-Deal zur Beteiligung am ägyptischen Offshore-Gasprojekt Shorouk sowie den Kauf eines Anteils an Rosneft durch Glencore und die Qatar Investment Authority. Der letztere Deal signalisiert laut Wood Mackenzie eine „tektonische Verschiebung“ in Bezug darauf, wie Russland von Investoren wahrgenommen werde.

    Die Privatisierung des größten Ölkonzerns der Welt – so geht sie über die Bühne

    Nesterow kommentierte nun weiter, manche Projekte von Rosneft seien wegen der US-Sanktionen auf Eis gelegt worden – im Golf von Mexiko, in Kanada und im US-Bundesstaat Texas. Der Mechanismus der Sanktionen sei so gestaltet, dass es nicht einmal mit gutem Willen der US-Administration gelinge, die Restriktionen komplett aufzuheben. Ein Beispiel dafür sei Washingtons Politik gegenüber Teheran. Die Regierung von Barack Obama habe zwar beim Atom-Deal mit dem Iran aktiv mitgewirkt, die antiiranischen Sanktionen der USA seien aber trotzdem verlängert worden. 

    Anwalt Fjodor Koslow kommentierte: „Die Expansion von Rosneft auf nordafrikanische Märkte von Kohlenwasserstoffen könnte nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch, was offensichtlich ist, zusätzliche Risiken bedeuten.“

    Er erläuterte: „Erstens sieht die Spezifik der dortigen Investment-Gesetze oft vor, dass Finanzströme vorwiegend im Rahmen individueller Verträge geregelt werden. Zweitens pflegen es Länder der Region oft, Verträge mit Paragraphen zu versehen, wonach die Vertragsbedingungen durch die Behörden vor Ort einseitig geändert werden dürfen. Drittens weist das Konzessionsrecht in Nordafrika eine Reihe von Lücken auf, die von politischen Führungen der dortigen Länder oftmals genutzt werden, um den Investoren Ausrüstungen und Infrastruktur-Anlagen wegzunehmen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Megadeal perfekt: Rosneft-Teilverkauf bringt Russland zehn Milliarden Euro
    Minister: Übernahme des Staatspakets an Rosneft soll zum 5. Dezember perfekt sein
    S&P belässt Bewertung von Ölkonzern Rosneft bei „BB+“ unverändert – Ausblick „stabil“
    Megadeal auf Energiemarkt Russlands: Ölriese Rosneft übernimmt Konkurrenten Baschneft
    Tags:
    Öl, Exxon Mobil, Rosneft, Rex Tillerson, Fjodor Koslow, Walerij Nesterow, Russland