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    15 Jahre - und wie weiter? "Eurobarometer" sagt Bewölkung am €-Himmel voraus

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    Seit 15 Jahren ist die europäische Gemeinschaftswährung im Umlauf. Für Brüssel ist das ein Jubiläum zum Feiern. Und für die EU-Bürger? Das Eurobarometer gibt darüber Aufschluss.

    In Tschechien, Bulgarien und Polen leben die meisten Euro-Gegner: Fast drei Viertel aller Bürger dieser Länder lehnen eine Einführung der gemeinsamen europäischen Währung bei ihnen ab. In Tschechien sind 72 Prozent gegen den Euro.

    Doch auch in der Eurozone selbst sinkt die Zustimmung für den Euro und das bereits seit Jahren: In den letzten zwei Jahren hat die Gemeinschaftswährung um sieben Prozentpunkte an Beliebtheit verloren, auch in wirtschaftlich starken EU-Ländern, die zunehmend größere Mittel für die Unterstützung schwächerer Regionen aufbringen müssen.

    Infografik-Eurobarometer
    © Foto: Screenshot/Eurobarometer
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Osteuropäerinnen — die größten Euro-Skeptiker?

    Am deutlichsten hat die Euro-Sympathie in den Euro-Ländern Litauen, Griechenland und Zypern gelitten. Die Menschen dort sind nach wie vor mit dem sprunghaften Preisanstieg nach der Einführung der Gemeinschaftswährung unzufrieden – und sie bringen dies auch deutlich zum Ausdruck: Erst im Mai 2016 hat ein Sprecher der rechtsliberalen Partei „Ordnung und Gerechtigkeit“ Lettlands eine Volksabstimmung über die Abschaffung des Euro und die Rückkehr zum lettischen Litas vorgeschlagen.

    Auffällig ist dabei: Frauen sind gegenüber dem gemeinsamen europäischen Zahlungsmittel skeptischer eingestellt als Männer. So haben nur 51 Prozent der Befragten dem Euro ihr Vertrauen ausgesprochen – bei den männlichen Teilnehmern der Eurobarometer-Umfrage waren es 61 Prozent.

    Infografik Eurobarometer
    © Foto: Screenshot
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Deutliche Unterschiede in der Einstellung zur Gemeinschaftswährung gibt es auch zwischen Arbeitern, Unternehmern und Angestellten: 45 Prozent der handwerklich tätigen EU-Bürger werten die Einführung des Euro als negativ für ihr Land, wohingegen nur 33 Prozent der Geschäftsleute und 31 Prozent der Angestellten dieser Meinung sind.

    Betrachtet man die Umfrageergebnisse nach Alterskategorie, wird deutlich, dass die 40- bis 45-Jährigen dem Euro am wenigsten trauen: 37 Prozent dieser Menschen lehnen die europäische Währung ab. Weitaus optimistischer zeigen sich hingegen Jugendliche, die ja bereits den größeren Teil ihres Lebens mit dem Euro leben: Bei den 15- bis 24-Jährigen ist die Zustimmung für den Euro am größten.

    Inflation zum Jubiläum?

    Und wie schätzen EU-Bürger die Zukunft des Euro ein? 36 Prozent der Befragten stellen sich auf eine weiter wachsende Inflation ein; 42 Prozent gehen von gleichbleibenden Inflationsraten aus; 12 Prozent glauben, der Euro könnte gar an Wert zulegen.

    Eurobarometer
    © Foto: Screenshot
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Am 1. Januar dieses Jahres feierte die europäische Gemeinschaftswährung ihren 15. Geburtstag. Am 1. Januar 2002 waren Euroscheine und —münzen in den Umlauf gebracht worden. Die EU-Kommission hat das Jubiläum mit einem Tweet gewürdigt: „Heute feiern wir 15 Jahre seit dem Start des Euro-Bargelds. Schauen Sie sich die erreichten Erfolge und die künftigen Perspektiven an!“, so die EU-Vertreter.

    ​Vor der Einführung des Euro war am 1. Juni 1998 die Europäische Zentralbank gegründet worden. Ihre Kernaufgaben sind bis heute die Sicherung der Preisstabilität und die Durchführung einer einheitlichen Geldpolitik in der gesamten Eurozone. Der Euro als gemeinsame europäische Währung wurde schrittweise eingeführt: Ab 1. Januar 1999 wird er im bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet, ab 2002 auch als Bargeld. Heute sind 19 EU-Länder Mitglieder der gemeinsamen Währungszone. Damit nutzen rund 325 Millionen Menschen den Euro als Zahlungsmittel.

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    Tags:
    Zukunft, Gegner, skeptisch, Unterstützung, Euro, Währung, Europäische Union
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