19:11 29 März 2017
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    15 Jahre - und wie weiter? "Eurobarometer" sagt Bewölkung am €-Himmel voraus

    © Flickr/ Dennis Skley
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    Seit 15 Jahren ist die europäische Gemeinschaftswährung im Umlauf. Für Brüssel ist das ein Jubiläum zum Feiern. Und für die EU-Bürger? Das Eurobarometer gibt darüber Aufschluss.

    In Tschechien, Bulgarien und Polen leben die meisten Euro-Gegner: Fast drei Viertel aller Bürger dieser Länder lehnen eine Einführung der gemeinsamen europäischen Währung bei ihnen ab. In Tschechien sind 72 Prozent gegen den Euro.

    Doch auch in der Eurozone selbst sinkt die Zustimmung für den Euro und das bereits seit Jahren: In den letzten zwei Jahren hat die Gemeinschaftswährung um sieben Prozentpunkte an Beliebtheit verloren, auch in wirtschaftlich starken EU-Ländern, die zunehmend größere Mittel für die Unterstützung schwächerer Regionen aufbringen müssen.

    Infografik-Eurobarometer
    © Foto: Screenshot/Eurobarometer
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Osteuropäerinnen — die größten Euro-Skeptiker?

    Am deutlichsten hat die Euro-Sympathie in den Euro-Ländern Litauen, Griechenland und Zypern gelitten. Die Menschen dort sind nach wie vor mit dem sprunghaften Preisanstieg nach der Einführung der Gemeinschaftswährung unzufrieden – und sie bringen dies auch deutlich zum Ausdruck: Erst im Mai 2016 hat ein Sprecher der rechtsliberalen Partei „Ordnung und Gerechtigkeit“ Lettlands eine Volksabstimmung über die Abschaffung des Euro und die Rückkehr zum lettischen Litas vorgeschlagen.

    Auffällig ist dabei: Frauen sind gegenüber dem gemeinsamen europäischen Zahlungsmittel skeptischer eingestellt als Männer. So haben nur 51 Prozent der Befragten dem Euro ihr Vertrauen ausgesprochen – bei den männlichen Teilnehmern der Eurobarometer-Umfrage waren es 61 Prozent.

    Infografik Eurobarometer
    © Foto: Screenshot
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Deutliche Unterschiede in der Einstellung zur Gemeinschaftswährung gibt es auch zwischen Arbeitern, Unternehmern und Angestellten: 45 Prozent der handwerklich tätigen EU-Bürger werten die Einführung des Euro als negativ für ihr Land, wohingegen nur 33 Prozent der Geschäftsleute und 31 Prozent der Angestellten dieser Meinung sind.

    Betrachtet man die Umfrageergebnisse nach Alterskategorie, wird deutlich, dass die 40- bis 45-Jährigen dem Euro am wenigsten trauen: 37 Prozent dieser Menschen lehnen die europäische Währung ab. Weitaus optimistischer zeigen sich hingegen Jugendliche, die ja bereits den größeren Teil ihres Lebens mit dem Euro leben: Bei den 15- bis 24-Jährigen ist die Zustimmung für den Euro am größten.

    Inflation zum Jubiläum?

    Und wie schätzen EU-Bürger die Zukunft des Euro ein? 36 Prozent der Befragten stellen sich auf eine weiter wachsende Inflation ein; 42 Prozent gehen von gleichbleibenden Inflationsraten aus; 12 Prozent glauben, der Euro könnte gar an Wert zulegen.

    Eurobarometer
    © Foto: Screenshot
    © www.ec.europa.eu/public_opinion

    Am 1. Januar dieses Jahres feierte die europäische Gemeinschaftswährung ihren 15. Geburtstag. Am 1. Januar 2002 waren Euroscheine und —münzen in den Umlauf gebracht worden. Die EU-Kommission hat das Jubiläum mit einem Tweet gewürdigt: „Heute feiern wir 15 Jahre seit dem Start des Euro-Bargelds. Schauen Sie sich die erreichten Erfolge und die künftigen Perspektiven an!“, so die EU-Vertreter.

    ​Vor der Einführung des Euro war am 1. Juni 1998 die Europäische Zentralbank gegründet worden. Ihre Kernaufgaben sind bis heute die Sicherung der Preisstabilität und die Durchführung einer einheitlichen Geldpolitik in der gesamten Eurozone. Der Euro als gemeinsame europäische Währung wurde schrittweise eingeführt: Ab 1. Januar 1999 wird er im bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet, ab 2002 auch als Bargeld. Heute sind 19 EU-Länder Mitglieder der gemeinsamen Währungszone. Damit nutzen rund 325 Millionen Menschen den Euro als Zahlungsmittel.

    Zum Thema:

    Marine Le Pen fordert auf: Sagt dem Euro Adieu
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    Tags:
    Zukunft, Gegner, skeptisch, Unterstützung, Euro, Währung, Europäische Union
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
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    Alle Kommentare

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      pazi
      Für die Mehrheit der EU-Bürger hat die EU und der € mehr Vorzüge als Nachteile, Vorzüge sind ein Erfolg, die Nachteile müssen noch, oder wieder, auf Erfolgskurs gebracht werden, dann werden die Skeptiker vielleicht auch noch weniger werden ? - wie überall auf der Welt.
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      Soldat82
      Leute, mal ehrlich, kommt mal mit den richtigen Fakten! Lettland kann den " Litas" nicht wieder einführen, den die Währung dort hieß "Lat"! Die Partei " Ordnung und gerechtigkeit" ist eine litauische Partei! Mir fällt schon seit geraumer Zeit auf, das hier Litauen und Lettland ständig verwechselt werden. Entweder ist der verantwortliche Redakteur schusslig und uninteressiert, oder hat, schlicht und ergreifend, keine Ahnung!
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      joergAntwort anpazi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pazi, ist ihnen schon mal aufgefallen wieviel Bestreben man investiert den Euro "schlecht" zu reden? Wieviel Kraft und Energie man in die Sache setzt? Amerika natürlich haben die ein interesse an einem schwachen Euro, der Dollar soll ja wieder die Leitwährung werden. Wie es Amerika schafft den Dollar so "hoch" zu halten, das ist mir ein Rätsel. Schulden ohne Ende, doch halt : natürlich sind die Ratingagenturen und grossen Banken, die stellen sich ja quasi das AAA+++++ Zertifakt für den Dollar aus.
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      wassermann1-lack
      Wir werden in der gesamten Eurozone noch unser blaues Wunder erleben. Das ganze Geldsystem ist künstlich aufgeblasen und wird in sich zusammenfallen. Die EZB druckt ohne Unterlaß Milliarden Teuronen um das ganze Gebilde am Laufen zu halten. Die Wirtschaften stehen in keinem Verhältnis dazu. Die Teuerungsrate steigt von Monat zu Monat und man sieht ja selbst, was man Heute noch für 50 € bekommt. Einfach lächerlich.
    • boroser1502
      Der T- Euro hat viele Probleme gebracht:

      Preise in D Mark wurden als T-Euro- Preise oftmals übernommen.

      Dies brachte eine starke Reduzierung der Kaufkraft und neue

      Armut. Die vielen Flaschenpfand- Sammler, oftmals Rentner, sind

      unter vielem ein trauriges Beispiel des T-Euro- Ergebnisses.

      T-Euro - vielen brachten diese neue Währung eine nichtgekannte

      neue Armut. Ich kenne niemanden, der eine gute Meinung über

      die T-Euro- Währung hat. Die meisten Leute schimpfen und sind

      sehr unzufrieden mit dieser Währung. Niemand liebt den T-Euro!
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      paziAntwort anjoerg(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      joerg, Sie verwechseln etwas, Amerika redet den € nicht schlecht, das machen Andere; USA profitieren doch von einem relativ starken € und relativ schwachen $, dadurch bleibt Geld und Arbeitsplätze eher im Land/ in USA.

      USA haben schon Jahrzehnte die größte Macht über die Welt, auch nichtmilitärisch, weil sie sich legal und illegal diese Macht "erarbeitet" haben; so etwas kommt und geht, in der Vergangenheit haben sich "Weltreiche" ein paar-Hundert Jahre gehalten, bei USA glaube ich daran allerdings nicht, erfahren werden wir es wahrscheinlich nicht ?
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      joergAntwort anpazi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pazi, nein Amerika redet den Euro schlecht, das muss es . Es hat ja auch seine Schulden im Auslang in Dollar gemacht. Dollar kann man im eigenen Land nach belieben drucken. Dieser "Höhenflug" des Dollars ist auch nicht zu verstehen, denn wie würde man die Währung eines Landes beurteilen, wenn dort folgendes passiert: die Staatsbediensteten gehen nach Hause weil der Staat kein Geld mehr für Gehälter hat , der Senat berät eine neue Schuldengrenze, neue Dollar werden gedruckt und weiter geht es.
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      paziAntwort anjoerg(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      joerg, ich kann Ihnen bis auf den Punkt ob ein hoher oder niedriger € für die USA gut ist zustimmen, wenn Sie mir nicht glauben wollen ist das für mich kein "Beinbruch", und Sie können mal einen Bankmitarbeiter mit Devisenerfahrung dazu fragen, falls Sie Bescheid haben möchten.
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      joergAntwort anpazi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pazi, wissen Sie ich spreche mit keinem Bankarbeiter, ich gehe denen sogar aus dem Weg. Diese Leute verdienen damit ihr Geld, ich weiis aber wer viell gewinnen will, kann auch viel verlieren. Da lasse ich mein Geld lieber auf normalen Konten.
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      pazi
      sf3107, der Euro hat für wirtschaftlich starke Länder mehr Vorteile, ich sehe das auch so, das mit ihm besonders die Banken und die Wirtschaft in den stärkeren Ländern unterstützt werden, die Bevölkerungsmehrheit bekommt zur Zeit wenig bis zu Einschränkungen davon ab - aber wenn wir in den stärkeren Ländern zu wenig für Banken und Wirtschaft tun würden, würden auch die Probleme für die mehrheitliche Unterschicht noch sehr viel größer werden, für wen sollte das gut sein ?

      Für die seit langem schwächeren EU-Länder, macht man auch aus meiner Sicht eine zu schlechte Politik, wenn man das nicht möglichst bald ändert werden sich diese, wenn überhaupt, nur zu langsam erholen, was man so wie Sie es tun bezeichnen kann, auch wenn es für mich keine gute Umgangsform ist.

      Ich kann hier nicht alles anführen, aber die wirtschaftliche Situation hat sich auch in vielen westlichen Ländern seit der Auflösung des "Ostblocks" für die Mehrheit häufig nachteilig entwickelt, doch wenn wir die westliche "Welt" auch zusammenbrechen lassen würden, würde dadurch nichts besser werden.

      Wir brauchen eine bessere soziale Marktwirtschaft, möglichst weltweit, mehr Miteinander und keine Kriege, damit könnte sich sehr viel zu Besseren erreichen lassen, deswegen bin ich dafür.
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